Soziales spiel kinder psychologie

All das funktioniert nur, wenn der Spielraum und die Spielzeit von Erwachsenen zur Ver- fügung gestellt und beachtet wird. Spätestens hier wird klar, wie komplex und bedeutend dieses Thema ist. Dazu muss gesagt werden, dass sehr viele verschiedene Spieldefinitionen existieren, jedoch bis heute keine Einheitliche vorhanden ist vgl. Im Gegensatz zu Huizinga, der den Inhalt des Spiels sehr undefiniert und offen lässt, findet sich im folgenden Zitat eine konkrete Vorstellung, von dem was Kinder spielen und zu wel- chem Zweck.

Elkonin zit. Wegener-Spöhring , 48 f. Hier wird das Spiel als realitätsorientierte Verhaltensweise erklärt. Da Elkonin davon ausgeht, dass im Kinderspiel lediglich Szenen nachgespielt werden, die das Kind in der Realität und vor allem bei Erwachsenen gesehen hat. Vor allem spielen sie das nach, was die Erwachsenen zwischen der Arbeit und dem gesellschaftlichen Leben darstellen.

Das bedeutet, sie spielen weder Phantasievoll, noch Zweckfrei, es wird eher verstanden als eine Handlung zur Vorbereitung auf das gesellschaftliche Leben und die Arbeit. Huizinga definiert das Spiel dagegen als Zweckfreie Tätigkeit des Kindes die lediglich zur Freude gespielt wird, in dem sich die Kinder die Regeln selber setzen und etwas sein können, was sie gerade möchten.

Sowohl Huizinga, als auch Elkonin haben ein sehr fröhliches Bild vom Kinderspiel. Eine ganz andere Ansicht hat Lili Peller, welche den Fokus auf die Angstbewältigung legt und so ein Thema anspricht, das viele bei dem Gedanken an das Kinderspiel nicht bedenken. Wegener-Spöhring , Der Aspekt der Angstkompension stellt eine ganz eigene Kategorie dar und wird auf nachfolgenden Seiten unter Punkt 4 in der Traumabewältigung intensiv behandelt, weshalb hier nicht genauer darauf eingegangen wird.

Spieltheorien gibt es viele, jedoch keine in sich geschlossene und allgemein gültige. Renner , 64 Im Folgenden nenne ich drei häufig genannte Theorien, die jeweils unterschiedliche Ansichten auf das Kinderspiel beinhalten. Siegmund Freund entwickelte keine eigene Spieltheorie, legt seinen Schwerpunkt hierbei jedoch auf die wunscherfüllende Funktion.

Bei der Katharsishypothese spielt die Wunscherfüllung eine bedeutende Rolle. Bei ihr geht es um die Bewältigung von Problemen und unerlaubten Triebwünschen. Mit der Katharsis ist also eine Reinigung und Abreaktion gemeint. Im Bezug auf die Bewälti- gung von nicht verarbeiteter Alltagserfahrungen und Problemen durch Wiederholung, erhält diese Hypothese jedoch auch heute noch Gültigkeit vgl.

Spiel ist für Piaget eine Technik der Weltaneignung. Sich gezielt Dinge anzueignen und andere wegzulassen ist eine Methode der Erwachsenen. Das Kind bewältigt die Einflüsse, in dem es durch das Spielen Abstand zur Realität gewinnt und sich so lange mit den Einflüssen auseinander setzt, bis es sich diese angeeignet hat vgl. Die Psychologie des Kinderspiels.

Warum ist das Spiel für die kindliche Entwicklung wichtig? Hausarbeit, 21 Seiten, Note: 1,7. Für das freie Spiel der Kinder müssen Eltern aber lernen, sich nicht ständig einzumischen. Eltern, die nach eigenen Angaben selten am Spiel teilzunehmen, schätzen ihr Kind spielfreudiger ein. Durch das Spielen von Gesellschaftsspielen trainieren wir, in Konfliktsituationen flexibel zu reagieren.

Die verschiedenen Spieler schaffen immer wieder neue, komplexe Spielsituationen. Das erklärt, warum teilweise jahrhundertealte Brettspiele noch immer so beliebt sind. Durch neue Spielsituationen wird das Spiel nicht langweilig. Jens Junge, Spielforscher, Institut für Ludologie, Berlin University of Applied Sciences. Proyer et al. Eine Gruppe sollte etwa jeden Abend vor dem Schlafengehen drei Situationen aufschreiben, in denen sie sich an diesem Tag spielerisch verhalten hatten.

Eine weitere Gruppe sollte versuchen, in einer ungewohnten Situation verspielter als sonst zu handeln, etwa am Arbeitsplatz.

Die Psychologie des Kinderspiels. Warum ist das Spiel für die kindliche Entwicklung wichtig?

Alle Übungen führten insgesamt dazu, dass die Probanden und Probandinnen sich zumindest zeitweise besser fühlten, d. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Verspieltheit auch durch kurze selbst induzierte Interventionen stimuliert werden kann. Untersuchungen an Schimpansen zeigten, dass Spiele notwendig für das spätere Sozialverhalten und Überleben der Tiere sind.

In der Pädagogik wird das Spiel auch gezielt als Lernmethode eingesetzt, denn einem Spiel liegen oft ganz bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, verbindliche Regeln hervorgehen können. Die konkreten Handlungsabläufe können sich sowohl aus der Art des Spiels selbst, den Spielregeln Völkerball, Mensch ärgere Dich nicht oder aber aus dem Wunsch verschiedener Individuen ergeben, gemeinschaftlich zu handeln Bau einer Sandburg.

Neue und überraschende Erfahrungen erzeugen dabei eine Spannung, die sich am angenehmsten und lustvollsten in der Mitte zwischen Langeweile und Überwältigung bewegt und deren Grad das Kind selbst steuern kann. In den selbst erfundenen Handlungen erleben die Kinder einen Spannungsbogen: angefangen bei der Vorstellung und Erwartung, etwas zu haben oder tun zu wollen, über die Aufregung bei der Planung bis zur Entscheidung und Ausführung einer Handlung und dem Erleben ihrer Folgen.

Hier im Spiel setzt sich das Kind aktiv mit seiner Welt auseinander. Die Eigeninitiative und Selbststeuerung ermöglichen das Erleben eigener Wirksamkeit. Diese Chancen bietet der Alltag vielen Kindern immer seltener. Eltern, ErzieherInnen und Spielgefährten greifen aus unterschiedlichen Gründen schon früh in die Entwicklung der Zweckfreiheit und Spontaneität ein, besonders mit Leistungserwartungen und Wettbewerbsgedanken.

Im Spiel können Kinder ihre Potenziale entfalten, sagt ein Entwicklungspsychologe

Spielen ist untrennbar mit der Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten, letztendlich der gesamten Persönlichkeit eines Kindes verbunden. Im Spiel können Kinder wichtige Lebenserfahrungen sammeln und gleichzeitig verarbeiten, wobei dies je nach Alter sehr verschieden aussehen kann. Die früheste Form ist das Funktionsspiel: die Freude am Berühren und Fühlen, am Entdecken.

Schon der Säugling beginnt damit. Sie lernen, was man alles damit machen kann — die ersten Entwicklungsschritte zur praktischen Intelligenz. Diese Spielform entwickelt sich z. Hier spielen Angebote und Anregungen der Umwelt eine Rolle. Gestalterische Fähigkeiten können gefördert werden, aber auch verkümmern. Mit ca.

Hier beginnt das Kind Dinge nach seiner Vorstellung zu benutzen. Es ersetzt einen Gegenstand symbolisch durch einen anderen: nimmt Holzklötzchen als Autos, Stühle als Raumschiff und einen Karton als Boot. Je mehr ein Kind die Sprache beherrscht, desto mehr gewinnt sie im Spiel an Bedeutung. Es kann einen Gegenstand und ganze Handlungen mit Worten ersetzen und erweitert so seinen Handlungsspielraum.

Spiel. Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik

Das Kind beginnt Personen und Handlungen nachzuahmen, das Symbolspiel erweitert sich zum Rollenspiel und damit auch zunehmend zum Zusammenspiel mit anderen Kindern. Dabei lernt ein Kind, Situationen nicht mehr nur von seinem Standpunkt aus zu sehen, sondern sich in andere Personen hineinzudenken und einzufühlen. Somit bietet das Rollenspiel eine sehr gute Möglichkeit, soziale Grundfähigkeiten zu erlernen.

In diesen Spielen kann das Kind seine Rolle und Handlung frei gestalten, was sehr wichtig und hilfreich für die Verarbeitung von Erfahrungen und Erlebnissen ist und als selbstheilendes Moment des Spiels angesehen wird. Während auch im gemeinsamen Rollenspiel Regeln vereinbart werden, an die die Mitspieler sich halten z. Bei den Regelspielen taucht neu die Möglichkeit des Gewinnens und Verlierens auf, was sowohl Freude über Glück und Geschicklichkeit bedeuten kann, als auch Wut und Enttäuschung über eine Niederlage.

Kinder haben hier die Chance, mit diesen Gefühlen umgehen zu lernen. Durch spielerisches Erforschen entwickeln und trainieren Kinder ihre Denkfähigkeiten. Sie erwerben Wissen und Fähigkeiten im Umgang mit Gegenständen, lernen sie zu unterscheiden und entdecken viele Gebrauchsmöglichkeiten. Beim Spielen mit Bauklötzen z. Deshalb brauchen Kinder auch Möglichkeiten zum Entdecken ihrer Umwelt.

Sie brauchen Erwachsene, die ihre Neugier geduldig begleiten und für Sicherheit sorgen, wo Kinder Gefahren noch nicht einschätzen können. Erst um das 4. Lebensjahr herum ist ein Kind überhaupt in der Lage, gleichzeitig mehr als einen Aspekt eines Dinges oder einer Situation wahrzunehmen. Langsam lernt es, verschiedene Aspekte auf einmal mit ein zu beziehen.

Eine wichtige Rolle spielen dabei soziale und sprachliche Fähigkeiten und die Phantasie. Nur ein Teil der kindlichen Erfahrungen, Bedürfnisse, Gefühle und Interessen können sprachlich mitgeteilt werden, vieles wird in Spielhandlungen ausgedrückt. Kinder sprechen beim Spielen oft mit sich selbst und steuern so ihr Verhalten, geben sich selbst Anweisungen, lösen Probleme, anfangs laut, dann zunehmend leiser.

Nach Ansicht einiger Entwicklungspsychologen entsteht so das logische Denken. Das weiss doch jedes Kind. Ich musste früher auch oft beim Spiel verlieren und es hat mir nicht geschadet, eher genutzt. Starker Tobak: Lernen Kinder durch Zwei-Felder-Ball andere zu mobben? Eine Studie sagt genau das. Eine Sportwissenschaftlerin erklärt, wozu Ballspiele im Schulsport gut sind, wenn sie kompetent angeleitet werden.

Eine Studie in der Metropole Hongkong zeigt: Je mehr Kinder in Kontakt mit der Natur und ihren Pflanzen und Tieren sind, desto ausgeglichener und ruhiger werden sie. Und sie können besser mit anderen Kindern umgehen. MDR Wissen Zur Startseite von MDR Wissen Logo MDR Wissen. Startseite Antworten Videos Podcast Bildung Kontakt. Standort: MDR. DE Wissen. Neuer Bereich.

Leipziger Studie zur Entwicklungspsychologie Macht uns miteinander spielen sozialer? Hauptinhalt von Kathleen Raschke-Maas Stand: September , Uhr. Der Leipziger Fröbel-Kindergarten "Am Elsterbecken" ist ein Forschungskindergarten, der in Kooperation mit der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig entstanden ist. Bildrechte: FRÖBEL e. KoKo - die Murmeln müssen in dei Löcher.

Mit diesem Spiel testeten die Forscher das Verhalten der Kinder. Bildrechte: Selma Kalhorn, Universität Leipzig.