Vorbilder psychologie
Die Psychologie hinter diesem Effekt ist relativ simpel:. Die in einem Team ausgeprägten Normen schlagen damit auf das konkrete Verhalten der einzelnen Mitarbeiter und damit auf die Ergebnisse durch.
Vorbild. Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik
Es gibt keinen Bereich des Verhaltens in Teams, der nicht von sozialen Normen geprägt ist. Die Wirkung beschränkt sich daher natürlich nicht nur auf Arbeitsleistung. Auch an andere Verhaltensweisen ist zu denken: Etwa an Kreativität mit dem entsprechenden Output an Ideen als Ergebnis Gilson und Shalley, , Lernen und Lerntransfer Smith-Jentsch, Salas und Brannick, , Kundenorientierung mit dem Ergebnis Kundenzufriedenheit Schneider et al.
Also nochmal: Fördere Mitarbeiter, die als positive Vorbilder wirken. Und beseitige schlechte Vorbilder zusammen mit ihrer zersetzenden Wirkung. Keiner hat gesagt, dass es leicht ist, ein gutes Vorbild zu sein. Daher zum Schluss nochmal die entscheidenden Tipps in der kompakte Übersicht. Nicht alle wirken gleich stark als Vorbild und viele wirken in die falsche Richtung.
Daher gibt der Schaukasten Dir nochmal entscheidende Tipps zur Führung als Vorbild in der Übersicht. Tipps: Als Vorbild führen Vorbild sein. Das ist eine Reise, die nie wirklich endet, ein Streben, das nie enden sollte. Wenn wir ehrlich sind, sollte jeder von uns an diesem Thema sein Leben lang arbeiten.
Die Punkte aus diesem Kapitel helfen Dir eine Vision zu entwickeln, was für ein Vorbild Du sein möchtest. Sie zeigen Dir die Stufen und Schritte auf dieser Reise. Darauf solltest Du achten, damit Du effektiv als Vorbild führst:. Mit Vorbildverhalten hast Du jetzt das wichtigste Führungsinstrument kennengelernt. Warum ist es das wichtigste? Wenn Du hier nicht wirkst oder sogar in die falsche Richtung wirkst, dann untergräbst Du alle Deine anderen Anstrengungen als Führungskraft.
Vorbilder: Chance oder Risiko?
Setze also hier als erstes an, beschäftige Dich mindestens einige Wochen intensiv damit — und bleibe dann Dein Leben lang bewusst in diesem Feld. Mit diesem Instrument hast Du Deine Basis gelegt, um die anderen Führungsinstrumente zu entwickeln. Wenn Du Dir die einzelnen im Kapitel angesprochenen Themen angeeignet hast und im Verhalten zeigst, dann bist Du im ersten Stock des Hochhauses der Mitarbeiterführung angelangt.
Im nächsten Kapitel geht es weiter auf der Treppe zum zweiten Stock. Erfolgreiche Führung braucht gute Beziehungen als Grundlage. Du erfährst deshalb im Folgenden, wie Du Sympathie aufbaust. Beispiel: Zhang Ruimin — Haier. Ein Eindrucksvolles Beispiel für symbolisches Verhalten mit Vorbildfunktion, das Mitarbeiter wachrüttelt, ist das von Zhang Ruimin.
Er war viele Jahre CEO des chinesischen Unternehmens Haier, das mittlerweile Weltmarktführer für Kühlschränke und viele andere Hausgeräte ist. Mitte der 80er Jahre stürmte er mit einem Vorschlaghammer in eine Produktionshalle und zerstörte dutzende Kühlschränke. Bevor wir ein schlechte Ware verkaufen, zerstören wir diese lieber! Beispiel: Geht es hier wirklich um Vertrauen?
Eine Führungskraft spricht mit ihrem Coach. Tipps: Als Vorbild führen. Vorbild sein. Darauf solltest Du achten, damit Du effektiv als Vorbild führst: Der wichtigste Tipp: Sei Dir als Führungskraft Deiner Rolle als Vorbild bewusst. Mitarbeiter machen Dein Verhalten nach. Im Guten wie im Schlechten. Im besten Fall prägst Du in wesentlichen Feldern den höchsten Standard, strahlst golden auf alles und jeden in Deinem Umfeld aus.
Im schlimmsten Fall vermitteln aber nicht wenige Führungskräfte unbewusst schädliche Einstellungen, verbreiten toxische Werte und Verhaltensweisen. Überlege Dir genau, welche Ansprüche Du an Mitarbeiter stellst. Politiker sollen sich sowieso vorbildlich verhalten, und im Büro ist Gesetz: Wenn der Chef von seinen Angestellten Überstunden einfordert, dann darf er bitte schön nicht am frühen Nachmittag auf den Golfplatz verschwinden.
Und ein rauchender, übergewichtiger Arzt gilt rasch als Heuchler. Wer sich nämlich tadellos verhält, muss ebenfalls mit Kritik rechnen. So ein Streber, führt sich auf wie ein Heiliger! Jedoch bereitet es in keinem Bereich des Lebens Freude, sich mit weit überlegenen Menschen zu vergleichen: Werden einem zu deutlich die Grenzen aufgezeigt, kostet es Mühe, sich selbst trotzdem wertzuschätzen.
Die schärfsten Abwehrreflexe, so die Psychologin Lauren Howe von der Stanford University, wecke aber der Eindruck moralischer Unterlegenheit. Wurde der Test von einer Frau durchgeführt, hatten die weiblichen Prüflinge deutlich bessere Ergebnisse und lagen mit ihren männlichen Kommilitonen gleichauf. Die männlichen Versuchspersonen schien das Geschlecht des Versuchsleiters dagegen kaum zu interessieren.
Sie lieferten in beiden Fällen ähnliche Ergebnisse ab. Offenbar genügte schon die Anwesenheit einer kompetent wirkenden Versuchsleiterin, um den "stereotype threat" wieder wettzumachen. Für diesen Vorbildeffekt bedarf es scheinbar nicht einmal der körperlichen Anwesenheit einer kompetenten Frau. In einer Folgestudie konnten die beiden Forscher zeigen, dass schon ein virtuelles Vorbild genügte.
Vorbilder. Eine interdisziplinäre Untersuchung
In diesem Fall fanden die Testpersonen beim Eintreffen im Labor lediglich einen Zettel an der Tür: Die Versuchsleiterin hätte sich verspätet, man möge den PC-gesteuerten Mathematiktest schon einmal ohne sie beginnen. Bevor es losging, wurde den Prüflingen die frei erfundene Biografie der Versuchsleiterin vorgelegt. Sie hätte verschiedene schwierige Mathematikkurse erfolgreich absolviert und würde nun einen Doktortitel in quantitativer Psychologie anstreben.
In einer Kontrollgruppe verfügte die fiktive Versuchsleiterin nur über durchschnittliche mathematische Fähigkeiten. Schon die wenigen Sätze über die talentierte Versuchsleiterin reichten aus, um den weiblichen Probanden ein besseres Testergebnis zu bescheren. Einziges Manko: Die männlichen Testpersonen hatte im Angesicht dieser kompetenten Versuchsleiterin augenscheinlich der Mut verlassen — sie schnitten hier merklich schlechter ab als in der Kontrollgruppe.
In anderen Studien wiederholte sich dieser Effekt jedoch nicht. Für Männer scheint es in den meisten Bereichen kaum eine Rolle zu spielen, welchem Geschlecht eine mögliche Vorbildfigur angehört. Doch wie sieht es in jenen Fächern aus, die häufig von Frauen angewählt werden — beispielsweise Psychologie, Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaften?
Die Vermutung liegt nahe, dass hier die Männer ebenfalls auf Vorbilder vom gleichen Geschlecht angewiesen sein könnten. Bislang gibt es allerdings kaum Studien, die diese These belegen. Der Erziehungswissenschaftler Eric P. Bettinger von der Stanford University konnte den Effekt zumindest für seine eigene Disziplin nachweisen. Idole und Stars können unter diesem Blickwinkel ebenso als Vorbilder gewählt werden, wie Menschen, Objekte, Informationen aus dem nahen und auch fernen Umfeld.
Da die jeweiligen Begriffsverwendungen in der Regel auf den subjektiven Interpretationen der Beobachteten beruhen, stellt die Unterscheidung ein recht abstraktes Unterfangen dar Wegener, Eindeutige Unterschiede lassen sich aber dahingehend treffen, dass eine Unterteilung in Vorbildern aus dem Nahbereich und medialen Vorbildern unternommen werden kann. Die Unterschiedlichkeit der Hintergründe, die einen Menschen zum medialen Vorbild machen, bringen ebenso unterschiedliche Entstehungshistorien mit sich, weswegen sich vier Typen medialer Vorbilder benennen lassen.
Erstens können Albert Einstein, Mutter Teresa, Martin Luther King Jr. Die Ursache ihrer Popularität ist zumeist medienfern, die Erinnerungen an sie werden aber von den Medien transportiert und aufrechterhalten. Zweitens dienen jene Menschen als mediale Vorbilder, die zwar dem Medienbereich zuzuordnen sind bzw. Zu nennen wären hier Barack Obama, Michael Jackson oder Bruce Springsteen.
Eine Sonderstellung nehmen - drittens - diejenigen Vorbilder ein, die zum Zeitpunkt ihres Ablebens noch keine Vorbilder bzw. Viele von ihnen starben in der Mitte ihres Lebens eines nicht natürlichen Todes. Anzunehmen ist, dass viele dieser «Legenden» in der Bedeutungslosigkeit versunken wären, hätte ihr früher Tod nicht Anlass zur Konstruktion eines Mythos gegeben.
Gewisse Überschneidungen bestehen auch zwischen Vor- und Leitbildern: Während das Vorbild für gewöhnlich bestimmte Personen sind, die beispielhaft wirken und auf deren Verhalten sich ausgerichtet werden kann, beinhalten Leitbilder eher entpersonalisiertere und abstraktere Konzepte über zukünftige Lebensentwürfe, Wertesysteme, Kulturmuster oder Verhaltensbilder Schenk-Danzinger, a.
Der Identifikation mit einem Vorbild folgt die Imitation konkreter Verhaltensweisen und die Übernahme sozialer Attitüden, Werte und Normen der Modellperson. Unsere Neigung Interaktionspartner unbewusst nachzuahmen, bezeichnen Forscher dabei als Mimikry vom englischen mimicry für «Nachahmung» , angelehnt an den gleich lautenden ökologischen Begriff.
Der britische Naturforscher, Evolutionsbiologe und Entomologe H. Schmetterlinge und Schlangen und akustischen Signalen z. Die Fähigkeiten zu Mimikry und Nachahmung beschreibt daher eine adaptive Funktion, die den Menschen bereits in die Wiege gelegt worden ist und sich daher schon in frühester Kindheit zeigen. Ob es sich bei solch imitierenden Reaktionen um selektive Nachahmung handelt ist allerdings nicht eindeutig geklärt Kaitz et al.
Dass Neugeborene ihre Zunge herausstrecken, wenn ein Erwachsener es ihnen vormacht, kann ebenso als Begleiterscheinung der Erregung gesehen werden, die der Erwachsene mit seinen Handlungen Zunge herausstrecken bei dem Säugling auslöst Mussen et al. In diesem Zeitraum beginnt auch die selektive Nachahmung Einjähriger von neuen Gesten, Geräuschen und anderen Verhaltensweisen, wobei tendenziell eher jene Verhaltensweisen imitiert werden, die sie bei sich selbst auch beobachten können Mussen et.
Verzögerungen bei der Nachahmung sind bereits vor dem ersten Geburtstag möglich Meltzoff, , zwischen dem ersten und den folgenden Lebensjahren werden sie jedoch immer häufiger Mussen et al. Bereits Kleinkinder übernehmen also schon während der frühen Phase ihrer Entwicklung Verhaltensweisen ihrer primären Bezugspersonen, so dass diese zum Vorbild ihres Imitationsverhaltens werden.
Die Gründe für das Nachahmungsverhalten von Kleinkindern liegen begründet in dem Wunsch, Reaktionsunsicherheiten zu vermeiden, in der sozialen Verstärkung, in dem Streben nach Ähnlichkeit mit einer anderen Person und in der Verfolgung eines bestimmten Ziels, welches an das Nachahmungsverhalten geknüpft ist. An welchen Personen das Kind sein Verhalten ausrichtet, hängt in erster Linie von seinem Wunsch nach Ähnlichkeit und dem Grad an emotionaler Erregung ab, den diese Person auslöst.
Nachahmung fördert für Kinder die soziale Interaktion. Welches Verhalten nachgeahmt wird, hängt also zum einen von der Motivation ab, bestimmte Ziele zu erreichen, zum anderen von der Reaktionsbereitschaft des Nachgeahmten - denn Kinder imitieren häufiger ein Verhalten, für das sie gelobt worden sind, als ein Verhalten, das ignoriert wurde Mussen et al.
Sie nehmen dabei nicht nur die Menschen und deren Verhaltensweisen in ihrem Umfeld besser wahr, sondern durch die Wahrnehmung von Ähnlichkeiten zwischen den eigenen Handlungen und den Handlungen anderer lernen sie sich auf diese Weise auch selber immer besser kennen. Mit zunehmendem Alter entwickeln Kleinkindern daher auch die Fähigkeit der sogenannten «aufgeschobenen Nachahmung» - sie beginnen sich an das Verhalten von Vorbildern zu erinnern und dieses zeitverzögert zu kopieren, auch wenn die Modelle nicht anwesend sind Berk, Meltzoff und Moore konnten mit ihrem Experiment aufzeigen, dass aufgeschobene Nachahmung bereits sechs Wochen nach der Geburt möglich ist.
Kleinkinder, die den Gesichtsausdruck eines fremden Erwachsenen beobachteten, imitierten ihn, wenn sie mit dem gleichen Erwachsenen einen Tag später erneut zusammen waren. Die Forscher gehen davon aus, dass Babys Nachahmungen benutzen, um sich mit Menschen zu identifizieren und mit ihnen zu kommunizieren. Individuen übernehmen also schon während der frühen Phase ihrer Entwicklung Verhaltensweisen ihrer primären Bezugspersonen, meistens werden die Mütter und Väter zu Vorbildern ihres Imitationsverhaltens.
Mit zunehmender sozialer Reife erfolgt dann die «Entsatellitisierung», als Phase der Lösung von der emotionalen Abhängigkeit von den Eltern Ausubel, Caine und Schlegel und Barry erklären diese konfliktträchtige Phase damit, dass bei nicht menschlichen Primaten und innerhalb nicht industrialisierter Kulturen die Jungen bzw. Jugendliche in Industrienationen sind jedoch noch lange nachdem sie die Pubertät erreicht haben, finanziell abhängig von ihren Eltern, weswegen eine körperliche Distanzierung nicht möglich ist.
Eine «psychologische Distanzierung» bietet demzufolge das moderne Substitut für eine körperliche Abwesenheit. Daraus resultiert die Notwendigkeit eines intergenerativen Umbruchs Gamm, Die Peergroup ermöglicht die Erfahrung von Differenz z. Peergroups organisieren sich häufig auf der Grundlage der Nähe «psychologische», wie auch «räumliche», siehe Kapitel 5. Über kurz oder lang entwickelt sich innerhalb dieser Gruppen eine «Peerkultur», typischerweise bestehend aus einem Jargon, Kleidervorschriften und einem gemeinsamen Ort.
Die Mitglieder lernen viele soziale Fähigkeiten, wie Kooperation, Führungskompetenz und die Fähigkeit sich unterzuordnen, sowie Loyalität den kollektiven Zielen und dem Anführer gegenüber Berk, Dabei kann zwischen «beliebten prosozialen Kindern» und «beliebten antisozialen Kindern» unterschieden werden.
Es ist leicht vorstellbar, dass Jugendliche sich vor allem beliebte Gleichaltrige zum Vorbild nehmen, die über eine hohe «Peerakzeptanz» verfügen. Diese beliebten Kinder sind meistens freundlich und rücksichtsvoll oder aber verfügen über ein geschicktes, aber dennoch angriffslustiges Verhalten. Die «beliebten prosozialen Kinder» fördern dadurch die Nachahmung ihres Verhaltens durch andere Kinder, da sie von vielen, wegen ihrer schulischen und sozialen Kompetenz, gemocht werden.
Sicherlich werden sie für ihr Verhalten und ihre Leistung Anerkennung von Lehrern, Jugendlichen oder anderen bedeutsamen Personen erfahren, so dass sie zum Vorbild für andere werden. Im Gegensatz dazu zeigen «beliebte antisoziale Kinder», üblicherweise harte Jungs, ein fragwürdiges, häufig aggressives soziales Verhalten Rodkin et al.
Vielleicht sind sie gute Sportler, im schulischen Bereich zeigen sie jedoch eher schlechte Leistungen und widersetzen sich gar Autoritäten wie ihren Lehrern. Im Verlauf dieser Arbeit wird noch detaillierter auf Bekräftigungs- und Motivationsprozesse siehe Kapitel 4. An dieser Stelle sei jedoch ein Vorgriff erlaubt: Auch wenn das antisoziale Verhalten dieser Vorbilder sicherlich nicht durch positive, externe Verstärkungen belohnt wird, können Nachahmer in den Reaktionen z.
Angst, Respekt, Anerkennung Dritter solche Verstärkungen erkennen - vielleicht beschäftigt sich der Lehrer intensiver mit diesem Schüler, die Klassenkameraden arbeiten ihm vielleicht zu, auf dem Schulhof oder in der Freizeit begegnet man dem beliebten antisozialen Kind vielleicht mit Respekt. Obwohl das Vorbild für sein Verhalten häufig sanktioniert wird, wird sein Verhalten vom Beobachtenden positiv bewertet - und er versucht sein Verhalten dem des Vorbilds anzugleichen.
Eine Abgrenzung von vorbildhaften Bezugspersonen «reference models» gegenüber Rollenmodellen «role models» lässt sich dabei besonders auf die Arbeiten des Soziologen Robert K.