Australischer psychologe kreuzworträtsel

Der Stoff Dopamin wiederum, der eine zentrale Rolle im körpereigenen Belohnungssystem spielt, fördert den Charakterzug Extraversion, macht Menschen geselliger, gesprächiger und offener. Wer viel davon im Blut hat, ist empfindsamer für seine Mitmenschen und grundsätzlich verträglicher und vertrauensvoller. Weniger eindeutig scheinen die Zusammenhänge bei einem weiteren für die Gefühlsregulation wichtigen Botenstoff zu sein, dem Serotonin.

Und der Stoff beeinflusst offenbar nicht ein Big-Five-Merkmal, sondern fast alle. Dennoch sind die bisherigen Erkenntnisse der Neuroforscher durchaus vielversprechend. Denn mit ihrer Hilfe lässt sich zunehmend besser verstehen, was die Persönlichkeit formt — und wie sie sich im Laufe eines Lebens entwickelt. Die Forscher wissen heute, dass der Einfluss der Gene weitaus schwerer wiegt als lange gedacht.

Logikrätsel: Unter welchem Hut befindet sich die Kugel? |

Rund die Hälfte der Persönlichkeitsmerkmale werden offenbar von den Eltern an ihre Kinder vererbt. Und es gibt bereits Beispiele dafür, wie einzelne Erbfaktoren Charakterzüge beeinflussen und zu den Unterschieden zwischen den Menschen beitragen. Nicht zufällig handelt es sich vor allem um jene Gene, die über komplexe Mechanismen die Aktivität der Botenstoffe Dopamin, Serotonin und Oxytocin regulieren und damit steuern, wie empathisch, ängstlich und sozial wir sind.

So gibt es beispielsweise ein Gen, das beeinflusst, wie schnell freigesetztes Sero- tonin nach Entfalten seiner Wirkung wieder abtransportiert wird. Bei einer Variante dieses Gens wird auf diese Weise die Wirkdauer des Botenstoffs stärker als gewöhnlich begrenzt. Die Folge: Wer diesen Erbfaktor von beiden Elternteilen mitbekommt, reagiert empfindlicher als andere auf seine Umwelt.

Wächst ein solches Kind in einer problematischen Umgebung auf, ist es später — einer Hypothese zufolge — sehr zurückhaltend, abwartend, bei Stress oft ängstlich. Dem Bremer Hirnforscher Gerhard Roth zufolge haben Gene und Hirnentwicklung zusammen rund 40 bis 50 Prozent Anteil an der späteren Persönlichkeit eines Menschen. Doch es kommen weitere Faktoren hinzu.

So kann starker Stress der Mutter während der Schwangerschaft die Wirkung von Genen und Botenstoffen für das ganze Leben des Ungeborenen modifizieren. Und in den ersten Lebensjahren hängt viel davon ab, wie liebevoll sich die Mutter oder andere Bezugspersonen kümmern und welche Bindungserfahrungen ein Kind macht. All diese frühen Faktoren bestimmen gemeinsam weitere rund 30 Prozent der jeweiligen Ausprägung der Big Five, so Gerhard Roth.

Erfahrungen im späteren Kindesalter und in der Pubertät formen bis zum Erwachsenenalter dann die verbleibenden 20 Prozent der Persönlichkeit. Wer mit seinem Charakter unzufrieden ist und den Wunsch nach Wesensveränderung spürt, der vermag zumindest manche Aspekte seiner Persönlichkeit auch noch in der zweiten Hälfte des Lebens subtil zu wandeln, wenn nicht im Kern, so doch innerhalb gewisser individueller Grenzen.

Manchen Erhebungen zufolge werden sie oft etwas gewissenhafter, stabiler im Umgang mit Emotionen, dazu verträglicher und geselliger. Vor allem aber: All das findet statt, ohne dass wir uns dafür sonderlich verbiegen müssen. Weiterlesen mit GEOplus. Monatlich kündbar. Mein Konto anmelden Meine Merkliste Digitales Magazin GEO Plus.

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