Laura kieser psychologie
Der Beitrag wird ausgewählte Perspektiven von Betroffenen darstellen. Der Beitrag wird versuchen, die Erwartungen von Betroffenen an die Psychotherapie und die fehlenden Möglichkeiten zu skizzieren. Gleichzeitig sollen damit potentielle Aufgaben von Psychotherapie, klinischer Psychologie und Beratung sowohl für den individuellen wie auch für die gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozesse beschrieben werden.
Der Beitrag soll grundsätzliche Erwartungen von Betroffenen an diese Aufarbeitungsprozesse aufzeigen. Titel: Sexualisierter Gewalt in Psychotherapie und Beratung wirksam begegnen — wider eine viktimisierende Kultur. Sexualisierte Gewalt ist für die meisten Betroffenen mit schweren psychischen, physischen und sozialen Beeinträchtigungen verbunden. Die heutige Psychotherapie entlang dem medizinischen Modell in Forschung wie Praxis bietet nur wenig Raum für schwer belastete Hilfesuchende.
Fachberatungsstellen sind breiter orientiert, aber längst nicht flächendeckend vorhanden. Die Versorgungshürden haben damit zu tun, dass Gewalt als individuelles gesundheitliches Problem statt als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse betrachtet wird. Die gesellschaftlich verantworteten Versorgungs- und Qualitätsdefizite haben jedoch individuelle Folgen: Betroffene finden kaum fachgerechte Angebote.
In dem Beitrag soll auf Basis einer kurzen Bestandsaufnahme skizziert werden, wie Psychotherapie und Beratung gewaltbetroffenen Menschen fachgerecht eine Chance bieten und im besten Falle Teil einer Gerechtigkeits- und Selbstbemächtigungsorientierung werden könnte. Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern — die gesellschaftspolitischen Implikationen und Erwartungen.
Seit vielen Jahren gibt es zunehmend strukturierte Versuche, den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gesellschaftspolitisch aufzuarbeiten. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs hat gemeinsam mit dem UBSKM-Amt Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zahlreiche Initiativen gestartet, um diese Aufarbeitung zunehmend möglich zu machen und inhaltlich zu qualifizieren.
Aufarbeitung an sich ist bisher gesetzlich jedoch nicht geregelt, für kein System, weder auf Bundes- noch auf Landesebene. Ziel eines aktuell vorbereiteten Gesetzgebungsverfahrens zur Verankerung des UBSKM-Amtes soll auch die Stärkung von Aufarbeitung sein. Eine Debatte im Rahmen des Symposiums, warum dies wichtig ist und wie dies ausgestaltet werden könnte, soll durch den Beitrag angeregt werden.
Rassismus und rassistische Diskriminierung sind allgegenwärtig — auch in ihren exkludierenden, entwürdigenden und herabsetzenden Folgen für Betroffene. Sind ihre negativen Auswirkungen im Allgemeinen vielfach belegt, existieren allerdings im deutschsprachigen Raum hinsichtlich der Folgen für die psychische Gesundheit bis hin zu möglichen durch erlebten Rassismus ausgelösten Traumatisierungen nur wenige Studien.
Im Symposium wird daher zum einen der Zusammenhang zwischen Rassismuserfahrungen, psychischer Gesundheit und traumaspezifischen Stressreaktionen diskutiert, auch indem rassistische Diskriminierungen sozialpolitisch und gesamtgesellschaftlich eingebettet als "man made desasters" entworfen werden. Zum anderen wird im Symposium nach der Rolle und Funktion psychosozialer Beratung und hier speziell der Relevanz einer rassismuskritischen und zugleich traumasensiblen Perspektive in professionellen Hilfsangeboten gefragt.
Titel: Diagnostisches Fallverstehen mit geflüchteten Menschen diskriminierungssensibel gestalten: Das Projekt TraM. Auf Basis qualitativer Daten problemzentrierte Interviews mit jungen geflüchteten Menschen und Gruppendiskussionen mit psychosozial tätigen Fachkräften und der Zusammenschau von bereits bewährten Konzepten sozialer Diagnostik wurde ein Modell erstellt, in die Praxis implementiert und formativ evaluiert.
Deutlich wurde, dass die jungen Menschen von umfangreichen rassistischen Diskriminierungen betroffen sind. Diese Erfahrungen und der Umgang mit ihnen hatte erheblichen Einfluss auf den Ankommens- und Entwicklungsprozess der jungen Menschen. Ausgrenzungs- und Ohnmachtserfahrungen sind daher in der Interventionsplanung psychosozial tätiger Fachkräfte an vorderer Stelle zu bedenken.
Der Vortrag stellt zunächst die wichtigsten Ergebnisse des Forschungsprojekts und auf deren Basis das erstellte Diagnostikmodell vor. Dabei wird besonders in den Fokus genommen, wie es gelingen kann, diagnostisches Fallverstehen diskriminierungssensibel zu gestalten. Neue Perspektiven und Wege für die Beratung. In verschiedenen Studien wird deutlich, dass zwar die körperlichen Folgen nach einem Angriff nicht schwerer sind als bei nicht politisch motivierter Gewalt, jedoch die psychischen Folgen signifikant höher sind.
Dies lässt sich nicht allein aus der erlebten Situation heraus erklären, vielmehr ist die erlebte Gewalt als Zuspitzung permanenter und alltäglicher Rassismus- und Diskriminierungserfahrung heraus verstehbar. Die Komplexität bei rassismusbezogenen Viktimisierungsprozessen kann bei der Unterstützung von Betroffenen undurchsichtig wirken. Daher müssen Ansätze, die sich der Versorgung und Unterstützung von Betroffenen widmen, über 1 ein fundiertes Wissen hinsichtlich Entstehung und Folgen gesellschaftlicher Machtverhältnisse verfügen, 2 die existenziell bedrohliche Qualität von Rassismus- und Diskriminierungserfahrung als Permanenzereignis wahrnehmen und 3 Möglichkeitsräume eröffnen - in denen Handlungsfähigkeit angesichts möglicher neuer Verletzungen möglich ist.
Erkenntnis aus der Beratung von Betroffenen eröffnet neue Perspektiven und eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten. Hintergrund: Menschen mit eigener Einwanderungsgeschichte und insbesondere mit Fluchterfahrung haben ein hohes Risiko nicht nur vor und während der Einwanderung bzw. Flucht, sondern auch nach dem Ankommen in einem sicheren Aufnahmeland einer Reihe von widrigen bzw.
Rassismus und Diskriminierungen gehören zu solchen Erfahrungen und stellen somit eine Gefahr für das psychische Wohlbefinden der Betroffenen dar. Neben den soziodemographischen Fragen und Fragen zu wahrgenommener Diskriminierung in unterschiedlichen Lebensbereichen, wurden standardisierte Skalen zur Erfassung der Symptome von Angst GAD-7 , Depression PHQ-9 sowie Posttraumatischer Belastungsstörung PCL-5 eingesetzt.
Zusätzlich zu den deskriptiven Analysen sind inferenzstatistische Rechnung zu möglichen Zusammenhängen zwischen wahrgenommener Diskriminierung und psychischer Belastung geplant. Detaillierte Analysen zu möglichen Zusammenhängen zwischen psychischer Belastung und wahrgenommener Diskriminierung in unterschiedlichen Lebensbereichen werden im Vortrag berichtet und diskutiert.
Titel: Rassismus, Trauma und Beratung. Professionelle in der therapeutischen Arbeit sollten in der Lage sein, Rassismus zu erkennen und ihre eigene soziale Position in Bezug zu Rassismus zu reflektieren. Sie sollten Rassismus als Ergebnis geschichtlicher, wissenschaftlicher und sozialer Prozesse konzeptualisieren können. Des Weiteren sollten sie wissensbasiert und kompetent über Rassismus sprechen, und vor allem einen professionellen Umgang mit dieser spzezifischen Form der strukturellen Gewalt in der Alltagspraxis finden.
Dieser Beitrag fokussiert die Handlungsfähigkeit anhand der genannten Kompetenzen. Ist es ausreichend darauf zu verweisen, dass diese Themen in der Therapie keine Rolle spielen oder sind es sogar genau diese Themen, die bei der Entwicklung einer psychischen Störung oder deren Aufrechterhaltung eine Rolle spielen und daher unbedingt thematisiert werden sollten.
Darf ich eigene politische Einstellungen oder grundlegende politische Vorstellungen kommunizieren oder verbietet sich so etwas völlig? Welche Strategien können dabei helfen, trotz unterschiedlichster Meinungen zu bestimmten Themen, die therapeutische Bindung aufrechtzuerhalten und wo könnten die Grenzen einer therapeutischen Zusammenarbeit liegen? Geflüchtete haben eine hohe Prävalenz von psychischen Störungen.
Zahlreiche Zugangsbarrieren verringern die Inanspruchnahme von Psychotherapie. Dieses Symposium beleuchtet die Versorgung im kassenfinanzierten Regelsystem aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Therapeutenperspektive greift einerseits die problematische Selektion von Patient:innen auf Projekt Bielefeld , andererseits werden die Erfahrungen bei der Behandlung Geflüchteter thematisiert Projekt Furchtlos Konstanz.
Beitrag wird die aktuelle Versorgungssituation beleuchtet sowie das Konstanzer Modellprojekt zur Integration Geflüchteter in die Regelversorgung vorgestellt. Beitrag wird die Effektivität sowie die Perspektive einer neuen Berufsgruppe, der sog. Peers Mitgeflüchtete , basierend auf einer qualitativen Befragung im Konstanzer Modellprojekt fokussiert. Die Diskussion soll die verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen der Zuhörer:innen integrieren und Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Versorgungssystems aufgreifen.
Realität - Psychotherapeutische Gesundheitsversorgung von Geflüchteten. Noch nie war die Zahl der Menschen, die vor Verfolgung, Konflikten und Krieg fliehen so hoch wie heute. Deutschland zählt aktuell 1,4 Millionen Geflüchtete. Unfreiwillige Migration geht mit einem erhöhten Morbiditätsrisiko für psychische Störungen einher.
Strukturelle Zugangsbarrieren erschweren und verringern eine bedarfsgerechte Inanspruchnahme von Psychotherapie. Welche Möglichkeiten gibt es dennoch, Hilfe in Anspruch zu nehmen bzw. Wie funktioniert die Abrechnung und wer ist Kostenträger für Gesundheitsleistungen, wenn noch keine Krankenkassenkarte vorhanden ist? Wie können wir als Psychotherapeut:innen Brücken bauen, um einem diskriminierungsfreien Zugang zum Menschenrecht auf Gesundheit zu gewährleisten?
Titel: Othering von Geflüchteten? Einstellungen von Psychotherapeuten gegenüber Patienten mit und ohne Fluchthintergrund. Vorherige Forschung hat gezeigt, dass Einstellungen von Gesundheitspersonal zu Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung von marginalisierten Populationsgruppen beitragen können. Allerdings ist wenig über die Einstellungen von Psychotherapeuten gegenüber Geflüchteten bekannt.
Basierend auf einer Studie mit ambulanten Psychotherapeuten in Deutschland werden Unterschiede in den Einstellungen gegenüber geflüchteten und nicht geflüchteten Patienten beleuchtet. Der Zusammenhang zwischen Einstellungen und Ungleichheiten in der psychotherapeutischen Versorgung von Geflüchteten wird eruiert und Empfehlungen für die therapeutische Praxis abgeleitet. Obwohl Psychotherapie mit geflüchteten Patient:innen im Exilland wirksam ist, können in der Therapie organisatorische und inhaltliche Herausforderungen auftreten.
Um diese Herausforderungen zu reduzieren, wurden im Rahmen des Modellprojekts "Furchtlos" angehende Therapeut:innen, ihre Supervisor:innen, Sprachmittler:innen und Gesundheitspat:innen in Baden-Württemberg geschult und unterstützt. Therapeut:innen, die im Rahmen dieses Modellprojekts einen Fall übernahmen, wurden zu der organisatorischen und inhaltlichen Durchführung und ihrem persönlichen Erleben der Therapie befragt.
Die vorliegende qualitative Studie untersucht, wie sich Herausforderungen in der ambulanten Psychotherapie mit Geflüchteten auf die Motivation der Therapeut:innen für zukünftige Therapien mit Geflüchteten auswirken. Darüber hinaus sollen hilfreiche Strategien der Therapeut:innen im Umgang mit diesen Herausforderungen dargestellt werden. Flurina Potter; Marlene Zehb; Katalin Dohrmann; Veronika Müller-Bamouh; Brigitte Rockstroh; Anselm Crombach.
Titel: Psychotherapeutische Regelversorgung für Geflüchtete — das Konstanzer Modellprojekt mit Koordinierter Behandlung unter Einsatz von Gesundheitspat:innen KOBEG. Um der Versorgungsherausforderung zu begegnen und eine kultursensible und deckende Versorgung zu realisieren, wurde im Landkreis Konstanz ein Modellprojekt aufgebaut, mit dem Ziel, psychisch belastete Geflüchtete besser in die Regelversorgung zu integrieren.
Das Projekt fokussiert sich auf einen Landkreis als kommunale Verwaltungseinheit mit einheitlicher Auslegung des Asylbewerberleistungsgesetzes und beinhaltet zwei Komponenten: Die koordinierte Versorgung und der Einsatz von trainierten Peers Gesundheitspat:innen. Geflüchtete werden über eine Koordinierungsstelle in Regelpsychotherapie vermittelt und erhalten durch Gesundheitspat:innen interkulturelle Wissensvermittlung, Motivationsaufbau und eine Begleitung des Prozesses der Vermittlung in die Regelversorgung.
Erste Ergebnisse bestätigen die Machbarkeit, geringe Abbruchzahlen und positive Effekte der Psychotherapien auf die Symptombelastung der Geflüchteten. Die neue Berufsgruppe der Gesundheitspat:innen gibt überwiegend an, dass die Tätigkeit des Helfens bereichernd ist, wobei sich der Aufbau von Vertrauen und das Miterleben von schwerem Leid teilweise als Herausforderung darstellt.
Die Verletzungen gehen umso tiefer, als sie zumeist von einer ehemals geliebten Person verübt werden. Das Berliner Projekt Servicestelle Wegweiser hat die proaktive Ansprache von Menschen, denen grenzüberschreitendes Verhalten im sozialen Nahraum vorgeworfen wird und deren Vermittlung in geeignete Hilfsangebote zum Ziel. Der Beitrag gibt Einblick in den Aufbau der Servicestelle, des dazugehörigen Netzwerks und das laufende Pilotprojekt mit der Berliner Polizei.
Im Wechselspiel von alltäglicher Beratungspraxis und deren theoretischer Reflexion ist ein Manual der Täter:innenarbeit bei Stop-Stalking mit 20 Modulen entstanden.
Promotionen im Sommersemester 2023
Diese Bausteine beschreiben zu erreichende Ziele und dafür entwickelte Vorgehensweisen, die fallspezifisch und flexibel eingesetzt werden. Diese orientieren sich am Verständnis der Wirkungsforschung, so dass Ratsuchende wie Berater:innen jeweils evaluieren können, in welchem Umfang die intendierten Ziele im Beratungsprozess erreicht werden konnten.
Der Beitrag reflektiert, wie die Manualbasierung die Beratungspraxis beeinflusst. Die Umsetzung der ausgearbeiteten Module bei Stop-Stalking erfährt anhand einer Fallvignette aus der Beratungspraxis eine vertiefende Betrachtung. Welche Chancen und Limitationen bietet eine Manualisierung für die Qualitätssicherung? Inwieweit kann damit die therapeutische Balance zwischen Prozess- und Beziehungsorientierung einerseits sowie Deliktfokussierung andererseits austariert werden?
Diese Fragen sollen in der Auseinandersetzung mit der Manualbasierung aufgegriffen und diskutiert werden. Titel: Bedingungen und Haltungen bei Täterarbeit Häuslicher Gewalt - was hat das in der Paarberatung nicht zu suchen?
Über mich | EMPOWERINGHER
In diesem Beitrag geht es um eine Auseinandersetzung mit der Problematik des Bearbeitens von Häuslicher bzw. Partnerschaftsgewalt in der Paarberatung. Die Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e. Die Gefahr besteht darin, dass das Setting vom Opfer als geschützter Raum erlebt wird - solange jedoch die Gewalt nicht gestoppt und vom Täter bearbeitet ist und seitens des Täters die Verantwortung für die Gewalt übernommen wurde, handelt es sich nicht um einen geschützten Raum.
Die Thematisierung von Gewalt in der Paarberatung stellt im Gegenteil ein mögliche erneute Gefährdung des Opfers dar. Daher ist die Paarberatung an ganz konkrete Bedingungen geknüpft, deren Hintergrund in diesem Beitrag erörtert wird. Das Bewusstsein für den Blick der Ergotherapie als ein Baustein in der Identitätsbildung bei Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass moderne Medien im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eine ganze Bandbreite neuer Möglichkeiten und Chancen bieten, die Wirksamkeit unserer Therapien zu verbessern. Sie werden daher wahrscheinlich in der Zukunft einen zunehmenden Stellenwert einnehmen, wobei die Möglichkeiten und die Grenzen digitaler Unterstützung in Diagnostik, Prävention und Therapie noch auszutesten sind.
Erfahrungen der letzten Jahre und empirische Befunde zu diesem Medium sollen in dem Symposium zusammengetragen und diskutiert werden. Im Symposium soll zunächst auf die Möglichkeiten der Nutzung von Apps auf Smartphones in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eingegangen und ein Überblick über den aktuellen Entwicklungs- und Forschungsstand gegeben werden.
Im Anschluss sollen zwei Therapie-Apps AUTHARK, die App-unterstützte Therapiearbeit für Kinder und JAY, die Journaling APP for Youth ausführlicher präsentiert sowie erste Ergebnisse zu ihrer Wirksamkeit in der Diagnostik und Therapie vorgestellt und diskutiert werden. Im darauffolgenden Teil des Symposiums soll ein virtuelles Interaktionstraining und ein virtueller Interaktionstest VIT 4 KIDS für Kinder mit aggressivem Verhalten, die beide derzeit evaluiert werden, vorgestellt und bisherige Erfahrungen der Pilotierung berichtet werden.
Zum Abschluss wird das therapeutisches Online-Coaching THONCO bei Zwangs- und Tic-Störungen vorgestellt und die Ergebnisse zweier Einzelfallstudien präsentiert. Der Einsatz neuer Medientechnologien, wie Smartphone-Apps Applikation, Anwendungssoftware für Mobilgeräte , könnte helfen, Therapieeffekte zu verbessern und bekannte Methoden zu optimieren. Methode: Zwei Smartphone-Apps - die App-unterstützte Therapie-Arbeit für Kinder AUTHARK und die Journaling App for Youth JAY - wurden für die Anwendung in einem breiten Störungsspektrum bei Kindern und Jugendlichen entwickelt.
Die Apps sind primär für den Einsatz im Rahmen einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie konzipiert. Sie dienen neben der Förderung des Transfers von Bewältigungsstrategien, die in der Therapie erarbeitet wurden, auch der Unterstützung einer spezifischen Diagnostik und der Verlaufskontrolle. AUTHARK ist für den Altersbereich der Jährigen und die Smartphone-App JAY für den Altersbereich der Jährigen konzipiert.
Beide Apps verfügen über mehrere Funktionen, die störungsspezifisch auswählbar sind. Ergebnisse: Die beiden Apps, ihre Einsatzmöglichkeiten und ihre Funktionen Psychoedukations-Funktion, Momentary Assessment-Funktion, Video-Tagebuchfunktion, Erinnerungsfunktion, Problemlösetrainings-Funktion, Gestaltungs-Funktion, Bewältigungsskills-Funktion und Verstärker-Funktion werden vorgestellt.
Diskussion und Schlussfolgerung: Möglichkeiten für den zukünftigen Einsatz von Smartphone Apps in der Therapie von Kindern und Jugendlichen sollen aufgezeigt werden. App-unterstützte Psychodiagnostik und -therapie: Erste Ergebnisse laufender Studien zu AUTHARK und JAY. Fragestellung: Im Rahmen der Evaluation der Wirksamkeit der Smartphone-Apps AUTHARK und JAY, wird unter anderem spezifisch die Nutzung des Videotagebuchs für Therapieaufgaben zwischen den Therapiesitzungen evaluiert.
Dabei werden verschiedene Aspekte der Umsetzung der Therapieaufgaben betrachtet. Methodik : In einer explorativen Studie im Eigenkontrollgruppendesign wird die Wirksamkeit von App-unterstützter verhaltenstherapeutischer Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit internalen und externalen psychischen Störungen überprüft. Neben den üblichen verhaltenstherapeutischen Methoden wird im Rahmen der Behandlung die Smartphone-App AUTHARK für den Altersbereich der Jährigen und die Smartphone-App JAY für den Altersbereich der Jährigen eingesetzt.
Zusätzlich wird die Wirksamkeit und Anwendbarkeit von AUTHARK und JAY im Vergleich zu Paper-Pencil-Methoden innerhalb verhaltenstherapeutischer Intervention in zwei randomisierten Kontrollgruppendesigns überprüft. Die Patienten nutzen dabei auch das Videotagebuch. Pro Messzeitpunkt werden neben quantitativen Aspekten der Nutzung anhand eines Kodiersystems auch inhaltliche Faktoren beurteilt.
Die aggregierten Daten werden über den Verlauf der Behandlung hinweg betrachtet. Psychometrische Analysen zur Reliabilität der EMA-Daten werden durchgeführt. Ergebnisse : Bisherige Erfahrungen zur praktischen Anwendung sowie Nutzungszufriedenheit werden berichtet und erste Zwischenergebnisse der laufenden Studien zu verschiedenen Aspekten vorgestellt.
Diskussion und Schlussfolgerung: Erste Hinweise auf den zukünftigen Einsatz von AUTHARK und JAY in der Therapie von Kindern und Jugendlichen sollen aufgezeigt werden. VR-unterstützte Psychodiagnostik und —therapie: VIT 4 KIDS- ein virtuelles Interaktionstraining für Kinder mit aggressivem Verhalten.
Als Gründe dafür können unter anderem eine mangelnde Therapiemotivation sowie Schwierigkeiten beim Einbezug alltäglicher Probleme in Therapiesitzungen und bei der Übertragbarkeit von Therapieinhalten auf den Alltag angeführt werden. Erste Studien zeigen, dass mittels der Technologie der virtuellen Realität VR psychotherapeutische Interventionen und Diagnostik hilfreich unterstützt und genannte Probleme adressiert werden können.
Im Rahmen der Projektgruppe VIT4Kids wurde aus diesem Grund ein virtuelles Interaktionstraining sowie ein virtueller Verhaltens- und Problemlösetest für jährige Kinder entwickelt, welche in den kommenden Jahren evaluiert werden sollen. In einem ersten Schritt soll mittels Pilotstudien ein proof-of-concept erfolgen. Ergebnisse aus Probeläufen zum virtuellen Interaktionstraining und Verhaltens- und Problemlösetest sprechen für die Machbarkeit der geplanten Studien und liefern erste inhaltliche Erkenntnisse.
Therapeutisches Online-Coaching bei Zwangs- und Tic-Störungen — Proof of concept. Hintergrund : Psychotherapien kämpfen häufig mit Problemen der Umsetzung von therapeutischen Aufgaben im natürlichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen, die oft wesentlich sind für eine Generalisierung von Therapieeffekten. Zudem sind die Verfügbarkeit und der Zugang zu expositionsbasierter kognitiver Verhaltenstherapie KVT für Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörungen sowie zu Habit Reversal Training HRT für Kinder und Jugendliche mit Tic-Störungen begrenzt oder es mangelt an adäquaten Versorgungsangeboten.
Ziel der vorliegenden Studien war die Evaluation eines intensiven therapeutischen Online-Coachings, bestehend aus Expositionen mit Reaktionsmanagement bzw. HRT über Videokonferenz als Ergänzung zur ambulanten Psychotherapie blended Psychotherapie. Tic-Störungen untersucht, dabei wurden verschiedene Beurteilungsperspektiven berücksichtigt.
Ergebnisse : Die Einzelfallstudien zeigen vielversprechende Ergebnisse, die auf einen Abbau der Zwangssymptome bzw. Tic-Symptomatik und Funktionsbeeinträchtigung durch die blended Psychotherapie hinweisen. Diskussion und Schlussfolgerungen: Neben wenigen grundsätzlichen Limitationen unterstützen die Ergebnisse die Effektivität und Umsetzbarkeit der blended Psychotherapie.
Im ICD findet sich neben einer Neuordnung der Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung PTBS eine weitere Traumafolgestörung: Die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung kPTBS. Diese ist neben den klassischen PTB-Symptomen durch eine Störung der Selbstorganisation gekennzeichnet. Die Beiträge in diesem Symposium beleuchten anwendungsorientierte Befunde bezüglich der beiden Störungen im Rahmen von Diagnostik und Therapie.
Im ersten Vortrag wird ein neu entwickeltes, lizenzfreies Diagnoseinstrument zur Erfassung beider Diagnosen vorgestellt und Anwendung und Auswertung erläutert. Im letzten Vortrag wird detailliert gezeigt, dass expositionsbasierte Interventionen nicht zu einer vermehrten Belastung führen. Titel: Trauma-Screening mithilfe des CATS-2 Fragebogens bei Kindern und Jugendlichen in der psychotherapeutischen und psychiatrischen Grundversorgung.
Mit dem Child and Adolescent Trauma Screen 2 CATS-2 steht ein frei verfügbares und in viele Sprachen übersetztes Instrument zur Erfassung von PTEs und PTBS-Symptomen zur Verfügung. Der Vortrag beschreibt die Entwicklung des Fragebogens, die psychometrischen Gütekriterien sowie Anwendung und Auswertung.
Im Rahmen von Fallbeispielen soll der klinische Nutzen des Screenings und einer traumasensitiven Befundrückmeldung verdeutlicht werden. In der ICD werden aktualisierte Kriterien für eine Posttraumatische Belastungsstörung PTBS enthalten sein, gleichzeitig wird die komplexe PTBS kPTBS mit zusätzlichen Schwierigkeiten in der Selbstorganisation SSO als neue Diagnose eingeführt.
Treten SSO-Symptome auf, so bewerten Bezugspersonen diese überwiegend als Folge der traumatischen Ereignisse, weniger als entwicklungsbedingte Schwierigkeiten. Titel: Kommt es bei jugendlichen PTBS-Patient:innen während traumafokussierter Psychotherapie zu einer Zunahme von Problemverhalten? Trotz wirksamer, evidenzbasierter Interventionen und den Empfehlungen der nationalen und internationalen Leitlinien zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung PTBS sind einige Therapeut:innen besorgt, dass eine traumafokussierte Psychotherapie mit expositionsbasierten Elementen zu einer Verschlechterung von assoziierten dysfunktionalen Verhaltensweisen bei Jugendlichen führen könnte.
Während der Therapie zeigten die Jugendlichen keine Zunahme an problematischen Verhaltensweisen, was die Bedeutung der Dissemination evidenzbasierter Behandlungsmanuale unterstreicht. Titel: Weiterbildung aus einer Hand - das "Hildesheimer Modell" für Weiterbildungsinstitute. Titel: Mein DGVT-Campus — die digitale Plattform als verbindendes Qualifizierungselement für zukünftige Fort- und Weiterbildung.
Titel: Wie kann gute Weiterbildung unter den neuen Bedingungen gelingen? Gesellschaftliche Vielfalt Diversität ist allgegenwärtig und bietet zahlreiche Chancen. Die psychologische Forschung ist jedoch bis heute durch sehr homogene Stichproben geprägt. Damit bleiben viele gesellschaftliche Gruppen und Minoritäten unterrepräsentiert, trotz individueller Bedürfnisse und Risikofaktoren.
Das Ziel dieses Symposiums ist es einen konzeptuellen Rahmen für das Diversitätsproblem der Klinischen Psychologie zu schaffen. Titel: Verhaltenstherapie bei Erwachsenen mit intellektueller Beeinträchtigung: Eine Meta-Analyse. Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung IQ leiden häufig unter psychopathologischen Symptomen und werden selten psychotherapeutisch behandelt.
Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Studien, die die Wirksamkeit der KVT für Erwachsene mit intellektueller Beeinträchtigung und komorbiden psychopathologischen Symptomen zusammenfassen. Depressionen müssen damit auch in diesen frühen Entwicklungsphasen rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt werden. Es herrscht Bedarf an wirksamen und auf die Altersgruppen zugeschnittenen neuen Psychotherapiemethoden, insbesondere da bisherige Studien zur Wirksamkeit der Psychotherapie bezogen auf die Qualität sehr heterogen sind und auf kleine Effektstärken hinweisen Oud et al.
Basierend auf CBASP Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy; McCullough, , Forschungsergebnissen zum Einbezug von Bezugspersonen in die Psychotherapie Dippel et al. Weisz et al. Die Behandlung von depressiven Symptomen, mit zusätzlicher Adressierung der daraus resultierenden interaktionellen Schwierigkeiten mit primären Bezugspersonen, sind die Hauptansatzpunkte für CBASP YoungAge vgl.
Brakemeier, Guhn, Normann, Es wurden bereits bewährte Techniken von CBASP Arbeit mit Prägungen, Situationsanalysen, Kiesler-Kreis, therapeutische Beziehungsgestaltung durch diszipliniertes persönliches Einlassen für verschiedenen Altersgruppen angepasst. Bezugspersonen werden, basierend auf den CBASP-Techniken in die Therapie direkt einbezogen.
Weitere Therapiemodule, basierend auf evidenzbasierten Methoden, werden bei Komorbiditäten modular integriert. Aktuell wird das Programm im Rahmen einer Pilotstudie im ambulanten Rahmen erstmalig eingesetzt. Die Ziele bestehen darin, die Machbarkeit und Wirksamkeit des für Kinder und Jugendliche adaptierten Konzeptes im ambulanten Setting erstmalig zu überprüfen.
Trotz wirksamer Therapieangebote begeben sich nur wenige an Depression erkrankte Kinder und Jugendliche in Behandlung. Barrieren umfassen u. Die Plattform wurde u. Diese Zielgruppen wurden bei der Entwicklung der Webseite kontinuierlich miteinbezogen. Ausgewählte Teile der Webseite wurden in mehreren Studien bei den unterschiedlichen Zielgruppen Kinder und Jugendliche mit Depression, gesunde Kinder und Jugendliche sowie Eltern dieser beiden Gruppen wissenschaftlich evaluiert.
Dabei wurden u. Wissenszuwachs sowie die Akzeptanz der Plattform untersucht. Die Ergebnisse werden aktuell ausgewertet und auf der Tagung neben der Vorstellung des Infoportals präsentiert. Sara Kaubisch; Regine Primbs; Lucia Iglhaut; Maartje Kloek; Charlotte E. Titel: Chatbots zur Behandlung depressiver Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen?
Chatbots sind vielversprechende digitale Anwendungen, die über natürliche Sprache, z. Sie haben das Potenzial, Barrieren der Inanspruchnahme von Hilfsangeboten und Limitationen bisheriger digitaler Interventionen, wie den Aufbau einer therapeutischen Beziehung, zu reduzieren. Während Chatbot-Studien bei Erwachsenen eine ausreichende Akzeptanz, Machbarkeit und vielversprechende Wirksamkeit gezeigt haben, ist nicht viel darüber bekannt, wie ein Chatbot für Jugendliche und junge Erwachsene mit depressiven Störungen gestaltet werden soll.
Im Anschluss haben wir auf Basis dieser Ergebnisse einen Prototyp auf Basis der Kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt. Im Vortrag soll zunächst eine allgemeine Einführung in Chatbots zur Förderung psychischer Gesundheit gegeben werden. Titel: Wie weiter nach der Klinik? Poststationäre Nachsorge 4. Zuletzt ist die Zahl der Klinikbehandlungen wegen einer Depression bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in erheblich angestiegen Statistisches Bundesamt, Dieser ungünstigen Entwicklung soll das Projekt iCAN entgegenwirken, das 3,6 Mio.
EUR vom G-BA Innovationsfonds gefördert wird. Mit 30 Studienzentren, 9 Krankenkassen und der Unterstützung u. Die Zusammenstellung des Trainingsplans erfolgt KI-gestützt, die App-Nutzung wird von einem Chatbot begleitet. Hauptendpunkte für den Vergleich von TAU und TAU plus iCAN sind die Veränderung der Symptomschwere vom Zeitpunkt der Entlassung bis zum 3-Monats-Follow Up, die Nutzung ambulanter Nachsorgeangebote sowie Krankheitskosten.
Diskussion: Im Fall einer positiven Evaluation von iCAN kann dieses innovative Nachsorgekonzept flächendeckend in der Regelversorgung eingesetzt werden. Vorgestellt werden das iCAN-Konzept inkl. Demonstration der Smartphone-App, Studienrational sowie das Evaluationskonzept. Stefan Lüttke; Christian Aljoscha Lukas; Klara Greffin; Sebastian Saur; Silke Schmidt; Matthias Berking; Eva-Lotta Brakemeier.
Das Empfinden von Heimweh und Heimatlosigkeit kann für viele Menschen, die ihre Heimat verlassen und ein neues Leben in Deutschland aufgebaut haben, eine wiederkehrende, oft auch schmerzhafte Erfahrung sein. Das Thema vereint vielfältige psychologische Aspekte, die Auswirkungen auf die psychische Entwicklung eines Menschen mit Migrationserfahrung und auf die folgenden Generationen haben können.
Leider findet es bisher wenig Beachtung in der psychotherapeutischen Arbeit. Anhand praktischer Übungen, Methoden und Instrumente wird angestrebt, eine günstige persönliche Haltung für die Arbeit mit diesen Themen zu erarbeiten. Die aufkommende Bedrohung durch die Klimakrise löst viele starke Emotionen wie Angst, Hilflosigkeit, Schuld und Scham aus.
Eine häufige Strategie zur Vermeidung dieser Gefühle besteht darin, den Klimawandel und seine Folgen zu leugnen oder zu ignorieren. Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, brauchen wir jedoch einen nachhaltigen Systemwechsel. Obwohl Kinder und Jugendliche mit neurologischen Erkrankungen aufgrund multipler Belastungsfaktoren häufiger emotionale Störungen als körperlich gesunde Patient:innen entwickeln, finden sie seltener den Weg in die Regelversorgung.
Die Phänomenologie und deren Auswirkungen auf die Erlebenswelt der Familien zu verstehen, ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung einer Compliance und wirksamen psychotherapeutischen Behandlung. Im Rahmen unseres Workshops möchten wir am Beispiel der Epilepsie gemeinsam mit Ihnen diagnostische und verhaltenstherapeutische Strategien im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen und deren Familien besprechen.
Young carers sind ca. Aufgrund der Komplexität des deutschen Sozialversicherungssystems, verläuft die Implementierung der ICD in Deutschland zäh. Trotzdem ist die ICD schon jetzt hochrelevant für den psychotherapeutischen Alltag. Diese kurze Einführung bietet erst eine Übersicht zu strukturellen Veränderungen, Innovationen und Störungsumbennenungen bevor dann inhaltliche ICDHighlights in folgender Reihenfolge präsentiert werden: 1 Neu aufgenommene Störungen; 2 Veränderungen bei Störungen die bereits Teil der ICD Die Einführung des dimensionalen Modells der Persönlichkeitsstörungen stellt die wahrscheinlich fundamentalste Veränderung in der elften Revision der ICD dar.
Nach einem wissenschaftsgeschichtlichen Überblick wird der Workshop die Diskussion um die klassisch-kategoriale Konzeption von Persönlichkeitsstörungen aufgreifen; Ziel dabei ist, die Gründe für die Neuentwicklung des dimensionalen ICD Modells nachvollziehbar zu machen. Anhand eines Fallbeispiels wird verdeutlicht, wie sich das emotionale Entwicklungsniveau eines Patienten auf seine psychische Erkrankung auswirkt und welche Schritte in der therapeutischen Arbeit wichtig sind.
Die Gruppentherapie befasst sich mit wichtigen Frage- und Problemstellungen, die mit Trauma und Traumafolgestörungen zu tun haben. Es ist ein geschlossenes, diagnosespezifisches Setting. Es sind alle Patient:innen zugelassen, die eine Diagnose im Rahmen von Trauma und Traumafolgestörungen aufweisen. Die Gruppentherapie ist in 16 psychoedukative Module mit jeweiligen Themenschwerpunkte unterteilt.
Eine traumafokussierte individuelle Behandlung ist in der Gruppentherapie im Anschluss an den psychoedukativen Teil vorgesehen. In dem Workshop werden die Module vorgestellt und die fachliche Begleitung der Gruppentherapie intensiv eingegangen. Impacttechniken sind Methoden, die alle Sinne ansprechen und Emotionen aktivieren.
Hierdurch erzielen sie eine erstaunliche Wirkung: - Sie machen komplexe Konzepte erlebbar und begreifbar - Sie erreichen oft die Wurzeln von Emotionen und Verhalten - Sie verändern häufig selbst festgefahrene kognitive Konzepte - Sie werden gut memoriert und wirken besonders tief und nachhaltig. Impacttechniken sind ressourcen- und lösungsorientiert angelegt und durch den geringen Zeitbedarf sehr spontan und flexibel einsetzbar.
In dem Workshop lernen Sie Impacttechniken für häufige therapeutische Fragestellungen und Konzepte kennen. In dem Workshop wird ein neues Selbstwertmodell vorgestellt. Dieses umfasst alle wichtigen Aspekte, die Einfluss auf das Selbstwertgefühl nehmen und setzt diese in Bezug zueinander. Mithilfe des Modells kann man die Ursache der Selbstwertschwierigkeiten differenzierter erkennen und die Methoden zur Behebung der Schwierigkeiten individuell und punktgenau zusammenstellen.
Hierzu bekommen Sie einen Handwerkskoffer mit auf die einzelnen Aspekte des Selbstwertes zugeschnittenen Methoden. Dies sind z. Alle vorgestellten Techniken ermöglichen, den Klienten über die kognitive Ebene hinaus zu erreichen. Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und belasten oftmals die gesamte Familie. Aktuelle Studien zeigen eine hohe Wirksamkeit elternbasierter Behandlungsansätze bei Angststörungen von Kindern und Jugendlichen.
Wir beleuchten die neuen familiendiagnostischen Verfahren und praktischen Interventionen aus Sicht von Forschung und Praxis. Der Workshop soll den Teilnehmenden ermöglichen, behandlungsrelevante Potentiale neben der Einzelpsychotherapie aufzudecken und zu nutzen. Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene therapeutische Haltung im Umgang mit ängstlichen Kindern und erwerben Kompetenzen, Eltern entwicklungsförderlich einzubeziehen und zu unterstützen.
Diversität ist allgegenwärtig: in Alltag und Therapie begegnen sich Menschen verschiedener Hautfarben, Sprachen, ethnischer Hintergründe, Religionen, sexueller Orientierung, Gender, Geschlecht, sozioökonomischer Hintergründe, Körpergewicht und mit oder ohne Behinderung. Diskriminierungserfahrungen müssen daher als Realität erfasst und bearbeitet werden.
Dieser Workshop gibt einen Überblick über Diversitätsdimensionen und Diskriminierungsformen, regt zu Selbstreflexion und Einnahme einer privilegienkritischen Haltung an und gibt handlungsnahe Hinweise für die Praxis. Traumatisierende Erfahrungen gehören nicht zuletzt zu den existentiellen Themen, da wir uns in der Regel an Leib und Leben bedroht fühlen.
Daher sollte jede Begleitung von traumatisierten Menschen sich auf die Bedürfnisse im Umgang des jeweiligen Individuums mit diesen Themen einstellen. Was bedeutet, dass ein manualisiertes Vorgehen meist nicht in Betracht kommt. Es geht um die schon von Yalom benannten Themen: unserer Sterblichkeit, Freiheit, Einsamkeit sowie Sinn. Ich möchte diese Vier ergänzen mit dem Thema Verbundenheit.
Alle diese Themen können von traumatisierten Menschen sowohl als bedrohlich wie auch befreiend erlebt werden. DGVT Kongress jähriges Jubiläum der DGVT vom Februar bis März Referent: Gerhard Reese Datum: Mittwoch, Existenzielle Themen in der Psychotherapie mit traumatisierten Menschen. Referent: Luise Reddemann Datum: Donnerstag, Psychotherapie der Binge-Eating-Störung.
Referent: Anja Hilbert Datum: Freitag, Referent: Monika Bormann Datum: Samstag, Referentin: Eva-Marie Kessler Datum: Sonntag, Kindeswohlgefährdung durch häusliche Gewalt. Planung und Moderation: Michael Borg-Laufs Datum: Donnerstag, Heinz Kindler. Psychologie des Klima-Engagements. Planung und Moderation: Christoph Hausmann Datum: Samstag, Katharina van Bronswijk Titel: Vorstellung des Konzept des Nachhaltigen Aktivismus und daraus resultierende Anfragen Der Autor des Buchs "Politisch aktiv sein und bleiben.
Timo Luthmann Titel: Psychologie des Klima-Engagements - Activist Burnout - Eine Bewegung und ein Planet brennen aus In Hinblick auf die existenzielle Bedrohung der Klima- und Biodiversitätskatastrophe ist zivilgesellschaftliches Engagement alternativlos. Kathrin Macha. Suizidalität verstehen und behandeln. Planung und Moderation: Inken Höller Datum: Donnerstag, Referate Titel: Vom Gedanken zur Tat — Überblick zur aktuellen Suizidalitätsforschung Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten sind ein weltweit verbreitetes Phänomen, das bereits vielfach untersucht wurde.
Inken Höller Titel: Psychotherapie nach Suizidversuch: was wirkt? Thomas Forkmann Titel: Psychische Folgen und psychotherapeutische Unterstützung nach dem Suizid eines Angehörigen Jeder Suizid hinterlässt in der Regel 6 - 10 nahestehende Angehörige, welche durch die Folgen des Suizids direkt betroffen sind. Aleksandra Kaurin. Rassismus, psychische Gesundheit und Psychotherapie.
Planung und Moderation: Birsen Kahraman Datum: Donnerstag, Referate Titel: Vielfalt, gerne! Rassismus, lieber nicht? Sidra Khan-Gökkaya Titel: Wozu und Wie rassismussensible Psychotherapie? Stephanie Cuff-Schöttle. Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen — eine gesellschaftspolitische Bestandsaufnahme — Erwartungen an die klinische Psychologie und Psychotherapie.
Planung und Moderation: Heiner Keupp; Bernhard Scholten Datum: Donnerstag, Referate Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern - Eine Bestandsaufnahme Seit der öffentlichen Debatte um die sexuellen Übergriffe im Canisius-Kolleg und der Odenwald-Schule hat die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs auch in Deutschland begonnen. Sabine Andresen Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern — die Perspektive einer Betroffenen Angela Marquardt ist seit Mitglied des Betroffenenrates bei der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs und ständiger Gast in der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs auf Bundesebene.
Angela Marquardt Titel: Sexualisierter Gewalt in Psychotherapie und Beratung wirksam begegnen — wider eine viktimisierende Kultur Sexualisierte Gewalt ist für die meisten Betroffene mit schweren psychischen, physischen und sozialen Beeinträchtigungen verbunden. Silke Birgitta Gahleitner Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern — die gesellschaftspolitischen Implikationen und Erwartungen Seit vielen Jahren gibt es zunehmend strukturierte Versuche, den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gesellschaftspolitisch aufzuarbeiten.
Kerstin Claus. Rassismus, Trauma und Beratung. Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch an Suizid. Zwischen 15 - Jährigen stellt Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache dar. Wenn die Forschung bisher eins gezeigt hat, dann, dass es sich bei Suizidalität um ein komplexes, mehrfaktorielles Geschehen handelt, was die Vorhersage eines Suizidversuchs immens erschwert. Umso wichtiger ist es, Suizidalität differenziert und unter Bezugnahme verschiedenster Risikofaktoren zu verstehen und entsprechend behandeln zu können.
Ziel des Symposiums ist es daher, einen Überblick über die aktuelle Suizidalitätsforschung sowie aktuelle Behandlungsmethoden zu geben. Titel: Vom Gedanken zur Tat — Überblick zur aktuellen Suizidalitätsforschung. Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten sind ein weltweit verbreitetes Phänomen, das bereits vielfach untersucht wurde.
Doch um suizidale Gedanken frühzeitig erkennen zu können und so den Übergang zu suizidalem Verhalten womöglich zu verhindern, müssen wir Suizidalität differenziert und unter Bezugnahme verschiedenster Risikofaktoren verstehen. Denn die Forschung der letzten Jahre zeigt vor allem eins: Bei Suizidalität handelt es sich um ein komplexes, mehrfaktorielles Geschehen, was die Vorhersage eines Suizidversuchs immens erschwert.
Ziel dieses Beitrags ist es daher, einen Überblick über den aktuellen Stand der Suizidforschung zu geben. Hierbei soll ein besonderer Fokus auf sogenannte proximale Risikofaktoren und deren Integration in ideation-to-action Modelle gelegt werden, die zwischen der Entstehung von suizidalen Gedanken und dem tatsächlichen suizidalen Verhalten unterscheiden. Suizidversuche gelten als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Suizide.
Vor diesem Hintergrund wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Psychotherapieangebote für Personen nach einem Suizidversuch entwickelt und evaluiert. In diesem Beitrag soll der gegenwärtige Stand der Effektivitätsforschung zu suizidbezogenen Psychotherapieangeboten zusammengefasst und kritisch reflektiert werden.
Ausgewählte Behandlungsangebote werden exemplarisch vorgestellt. Titel: Psychische Folgen und psychotherapeutische Unterstützung nach dem Suizid eines Angehörigen. Jeder Suizid hinterlässt in der Regel 6 - 10 nahestehende Angehörige, welche durch die Folgen des Suizids direkt betroffen sind. Trauer nach einem Suizid weist spezifische Trauerreaktionen auf, die sich von anderen Todesumständen unterscheiden können.
Häufig erleben Suizidhinterbliebene Stigmatisierung und Schuldzuweisungen aus dem Umfeld, Schamgefühle aufgrund des Suizids sowie weitreichende psychosoziale Beeinträchtigungen. Suizidtrauernde weisen zudem selbst ein erhöhtes Suizidrisiko auf und gelten als Hochrisikogruppe für psychische Erkrankungen.
Der Beitrag beschäftigt sich mit psychosozialen Interventionen für die Angehörigen unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands und stellt therapeutische Implikationen für die Arbeit mit Suizidtrauernden vor. Aktuelle Entwicklungstendenzen, die ein deutlich jüngeres Erstmanifestationsalter nahelegen, als auch die zunehmend hohen Raten der suizidbedingten Sterblichkeit bei Jugendlichen unterstreichen die Dringlichkeit, verlässliche und potenziell modifizierbare Risikofaktoren und Warnsignale speziell für diese Altersgruppe zu identifizieren und nachhaltig zu behandeln.
Dieser Vortrag nimmt, unter Berücksichtigung zentraler entwicklungspsychologischer Aspekte, eine Synthese aktueller empirischer Evidenz zur Phänomenologie der Suzidialität im Kindes- und Jugendalter sowie adäquater Verhaltensinterventionen für akut suizidgefährdete Jugendliche vor. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf begünstigenden Faktoren hinsichtlich der Offenlegung suizidaler Gedanken und Verhaltensweisen im psychotherapeutischen Prozess.
Rassismuserfahrungen haben auf interpersoneller, aber auch institutioneller und struktureller Ebene erhebliche Auswirkungen auf die mentale und physische Gesundheit Yeboah, Dennoch werden Rassismuserfahrungen in der klinischen Praxis und deutschsprachigen Forschung bislang kaum systematisch erfasst. Ebenso wenig haben wir bislang Konzepte und Curricula, um Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie bzw.
Ansätze zur Förderung einer vielfaltssensiblen und rassismuskritischen Organisationsentwicklung in Kliniken werden vorgestellt. Dieser Beitrag führt anhand von Fallbeispielen in relevante Konzepte für rassismussensible Psychotherapie ein. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Auswirkungen von Rassismus, v.
Sexualisierte Gewalt in Familien und Institutionen ist seit aus der Latenz, die durch Schweigen, Verharmlosung und Vertuschung möglich wurde, öffentlich geworden. Es waren Betroffene aus kirchlichen und reformpädagogischen Institutionen, die den Mut hatten, einer unvorbereiteten Gesellschaft das ihnen zugefügte Unrecht aufzuzeigen. Sie haben Aufklärung, Aufarbeitung und Anerkennung von Politik und Institutionen eingefordert.
Seither hat sich ein Handlungsfeld entwickelt, in dem ein Runder Tisch , ergänzt durch einen Eckigen Tisch der Betroffenen, erste Weichen gestellt hat, die Schaffung des Amtes einer Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung erfolgte, ein Betroffenenrat und eine Unabhängige Aufarbeitungskommission berufen wurden. Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass die Spitze des Eisbergs gut benannt werden kann, dass es aber unverändert ein unzureichend aufgeklärtes und aufgearbeitetes Dunkelfeld gibt.
Eindeutig belegt ist, dass es für Betroffene nicht die Psychotherapie- und Beratungsangebote gibt, die sie dringend brauchen. In diesem Symposium wird das politische und institutionelle Handlungsfeld zu Aufklärung, Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt von verantwortlichen Akteurinnen beschrieben werden. Sie werden thematisieren, wie eine gute gesetzliche und politische Basis für die noch lange notwendigen Aktivitäten abgesichert werden kann.
Diese brauchen auch die politische Unterstützung psychosozialer Fachverbände. Dabei werden die Referentinnen ihre Erwartungen an psychosoziale Fachleute formulieren, damit sich diese mit ihren professionellen Kompetenzen an diesem gesamtgesellschaftlichen Projekt engagieren können. Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern - Eine Bestandsaufnahme.
Seit der öffentlichen Debatte um die sexuellen Übergriffe im Canisius-Kolleg und der Odenwald-Schule hat die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs auch in Deutschland begonnen. Das Referat zeichnet die gesellschaftspolitischen Entwicklungen nach: angefangen von dem spontan von drei Ministerien initiierten "Runden Tisch" unter Leitung der ehemaligen Bundesfamilienministerin Christine Bergmann bis zur heutigen Diskussion um eine gesetzgeberische Absicherung dieser Aufarbeitungsarbeit.
Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern — die Perspektive einer Betroffenen. Angela Marquardt ist seit Mitglied des Betroffenenrates bei der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs und ständiger Gast in der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs auf Bundesebene. Der Beitrag wird ausgewählte Perspektiven von Betroffenen darstellen.
Der Beitrag wird versuchen, die Erwartungen von Betroffenen an die Psychotherapie und die fehlenden Möglichkeiten zu skizzieren. Gleichzeitig sollen damit potentielle Aufgaben von Psychotherapie, klinischer Psychologie und Beratung sowohl für den individuellen wie auch für die gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozesse beschrieben werden. Der Beitrag soll grundsätzliche Erwartungen von Betroffenen an diese Aufarbeitungsprozesse aufzeigen.
Titel: Sexualisierter Gewalt in Psychotherapie und Beratung wirksam begegnen — wider eine viktimisierende Kultur. Sexualisierte Gewalt ist für die meisten Betroffene mit schweren psychischen, physischen und sozialen Beeinträchtigungen verbunden. Die heutige Psychotherapie entlang dem medizinischen Modell in Forschung wie Praxis bietet nur wenig Raum für schwer belastete Hilfesuchende.
Fachberatungsstellen sind breiter orientiert, aber längst nicht flächendeckend vorhanden. Die Versorgungshürden haben damit zu tun, dass Gewalt als individuelles gesundheitliches Problem statt als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse betrachtet wird. Die gesellschaftlich verantworteten Versorgungs- und Qualitätsdefizite haben jedoch individuelle Folgen: Betroffene finden kaum fachgerechte Angebote.
In dem Beitrag soll auf Basis einer kurzen Bestandsaufnahme skizziert werden, wie Psychotherapie und Beratung gewaltbetroffenen Menschen fachgerecht eine Chance bieten und im besten Falle Teil einer Gerechtigkeits- und Selbstbemächtigungsorientierung werden könnte. Titel: Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Kindern — die gesellschaftspolitischen Implikationen und Erwartungen.
Seit vielen Jahren gibt es zunehmend strukturierte Versuche, den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gesellschaftspolitisch aufzuarbeiten. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs hat gemeinsam mit dem UBSKM-Amt Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zahlreiche Initiativen gestartet, um diese Aufarbeitung zunehmend möglich zu machen und inhaltlich zu qualifizieren.
Aufarbeitung an sich ist bisher gesetzlich jedoch nicht geregelt, für kein System, weder auf Bundes- noch auf Landesebene. Ziel eines aktuell vorbereiteten Gesetzgebungsverfahrens zur Verankerung des UBSKM-Amtes soll auch die Stärkung von Aufarbeitung sein. Eine Debatte im Rahmen des Symposiums, warum dies wichtig ist und wie dies ausgestaltet werden könnte, soll durch den Beitrag angeregt werden.
Rassismus und rassistische Diskriminierung sind allgegenwärtig — auch in ihren exkludierenden, entwürdigenden und herabsetzenden Folgen für Betroffene. Sind ihre negativen Auswirkungen im Allgemeinen vielfach belegt, existieren allerdings im deutschsprachigen Raum hinsichtlich der Folgen für die psychische Gesundheit bis hin zu möglichen durch erlebten Rassismus ausgelösten Traumatisierungen nur wenige Studien.
Zum anderen wird im Symposium nach der Rolle und Funktion psychosozialer Beratung und hier speziell der Relevanz einer rassismuskritischen und zugleich traumasensiblen Perspektive in professionellen Hilfsangeboten gefragt. Titel: Diagnostisches Fallverstehen mit geflüchteten Menschen diskriminierungssensibel gestalten: Das Projekt TraM. Auf Basis qualitativer Daten problemzentrierte Interviews mit jungen geflüchteten Menschen und Gruppendiskussionen mit psychosozial tätigen Fachkräften und der Zusammenschau von bereits bewährten Konzepten sozialer Diagnostik wurde ein Modell erstellt, in die Praxis implementiert und formativ evaluiert.
Deutlich wurde, dass die jungen Menschen von umfangreichen rassistischen Diskriminierungen betroffen sind. Diese Erfahrungen und der Umgang mit ihnen hatte erheblichen Einfluss auf den Ankommens- und Entwicklungsprozess der jungen Menschen. Ausgrenzungs- und Ohnmachtserfahrungen sind daher in der Interventionsplanung psychosozial tätiger Fachkräfte an vorderer Stelle zu bedenken.
Der Vortrag stellt zunächst die wichtigsten Ergebnisse des Forschungsprojekts und auf deren Basis das erstellte Diagnostikmodell vor. Dabei wird besonders in den Fokus genommen, wie es gelingen kann, diagnostisches Fallverstehen diskriminierungssensibel zu gestalten. Teil des Symposiums "Rassismus, Trauma und Beratung. Neue Perspektiven und Wege für die Beratung.
In verschiedenen Studien wird deutlich, dass zwar die körperlichen Folgen, nach einem Angriff, nicht schwerer sind als bei nicht politisch motivierter Gewalt, jedoch die psychischen Folgen signifikant höher sind. Dies lässt sich nicht allein aus der erlebten Situation heraus erklären, vielmehr ist die erlebte Gewalt als Zuspitzung permanenter und alltäglicher Rassismus- und Diskriminierungserfahrung heraus verstehbar.
Die Komplexität bei Rassismusbezogene Viktimisierungsprozesse kann bei der Unterstützung von Betroffene undurchsichtig wirken. Daher müssen Ansätze, die sich der Versorgung und Unterstützung von Betroffenen widmen, über 1 ein fundiertes Wissen, hinsichtlich Entstehung und Folgen gesellschaftlicher Machtverhältnisse verfügen, 2 die existenziell bedrohliche Qualität von Rassismus- und Diskriminierungserfahrung als Permanenzereignis wahrnehmen und 3 Möglichkeitsräume eröffnen - in denen Handlungsfähigkeit angesichts möglicher neuer Verletzungen möglich ist.
Erkenntnis aus der Beratung von Betroffenen eröffnet neuen Perspektiven und eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten. Flucht, sondern auch nach dem Ankommen in einem sicheren Aufnahmeland einer Reihe von widrigen bzw. Rassismus- und Diskriminierungen gehören zu solchen Erfahrungen und stellen somit eine Gefahr für das psychische Wohlbefinden der Betroffenen dar.
Neben den soziodemographischen Fragen und Fragen zu wahrgenommener Diskriminierung in unterschiedlichen Lebensbereichen wurden standardisierte Skalen zur Erfassung der Symptome von Angst GAD-7 , Depression PHQ-9 sowie Posttraumatischer Belastungsstörung PCL-5 eingesetzt. Zusätzlich zu den deskriptiven Analysen sind inferenzstatistische Rechnung zu möglichen Zusammenhängen zwischen wahrgenommener Diskriminierung und psychischer Belastung geplant.
Mit Blick auf das psychische Wohlbefinden berichten Detaillierte Analysen zu möglichen Zusammenhängen zwischen psychischer Belastung und wahrgenommener Diskriminierung in unterschiedlichen Lebensbereichen werden im Vortrag berichtet und diskutiert. Essstörungen zählen weiterhin zu den psychischen Erkrankungen mit den höchsten Neuerkrankungsraten im Kindes- und Jugendalter, wobei in den letzten Jahren auch immer mehr jüngere Kinder erkranken.
Im Rahmen der Pandemie ist die Inanspruchnahme v. Die Erfolgsraten sind im Kindes- und Jugendalter besser als im Erwachsenenalter, dennoch bleiben sie ernüchternd und die Chronifizierungsgefahr ist nach wie vor hoch. Neue Erkenntnisse aus der Forschung, die zur weiteren Verbesserung der aktuellen Leitlinienbehandlung beitragen und zu besseren Erfolgen von Gewichtsrehabilitation und Ernährungsmanagement beitragen, sind wünschenswert.
Vielversprechend erscheinen hier Ansätze zur Nahrungsexposition bei Anorexie, Ansätze zur Verbesserung des Körperbildes sowie dialektisch-behaviorale Ansätze. Das vorliegende Symposium stellt einen Überblick über diese neuen Entwicklungen dar, welche helfen könnten, die Chronifizierung der Erkrankung zu verhindern. In einem ersten Vortrag Derks, Bochum soll es zunächst um einen Überblick über die Folgen der Pandemie auf die Entwicklung von Essstörungen gehen.
Im zweiten Vortrag Legenbauer, Bochum liegt der Fokus auf der Nahrungsexposition als additives Behandlungselement in der Anorexie-Behandlung juveniler AN. Dazu wird ein aktueller Überblick der Forschungsliteratur gegeben und Möglichkeiten der praktischen Anwendung diskutiert. Der letzte Vortrag Bürger, Würzburg widmet sich der Frage, inwiefern DBT-Behandlungselemente in der Behandlung der juvenilen Anorexie die Erfolgsquote verbessern können und stellt ein entsprechendes Behandlungskonzept vor.
Titel: Evaluation einer computergestützten Intervention zur Körperkonfrontation bei Jugendlichen mit Anorexia nervosa - Effekte auf Psychopathologie und Blickverhalten. Die Körperunzufriedenheit stellt ein Kernmerkmal von Essstörungen dar und spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Anorexia nervosa AN. Die Körperbildtherapie über Körperkonfrontationen vor einem Spiegel zeigte in bisherigen Befunden langfristig eine deutliche Reduktion der Körperunzufriedenheit.
Gleichzeitig stellt diese Konfrontation mit dem eigenen Körper kurzfristig eine besondere Herausforderung dar und wird von negativen kognitiven, emotionalen und physiologischen Reaktionen begleitet. In der vorliegenden Studie wird eine eye-tracking-basierte Körperkonfrontation bei Jugendlichen am PC durchgeführt und im Hinblick auf deren Machbarkeit und kurzfristige Effekte überprüft.
Die Körperkonfrontation, die jeweils in vier Sitzungen durchgeführt wird, orientiert sich an einer standardisierten und manualisierten Körperbildtherapie Vocks und Legenbauer, Die Psychopathologie Essstörungspathologie, körperbezogenes Vermeidungs- und Kontrollverhalten, subjektive emotionale Reaktion wird über standardisierte diagnostische Fragebögen vor und nach der Intervention erfasst.
Während jeder Sitzung wird das Blickverhalten zur Erhebung eines evtl. Erste Ergebnisse zeigen eine Reduktion der negativen Emotionen und des Kontrollverhaltens im Verlauf der Konfrontationssitzungen sowie einen Trend zur Reduktion des dysfunktionalen Blickverhaltens. Implikationen für die Durchführbarkeit der Intervention und die Untersuchung des potentiell zugrundeliegenden Mechanismus der Habituation werden diskutiert.
Titel: Auswirkungen der CovidPandemie auf Komorbiditätscluster psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen — eine Netzwerkanalyse. Hintergrund : In den letzten Jahren hat die Prävalenz von psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen durch die CovidPandemie deutlich zugenommen. Auch die Prävalenz von Symptomen dieser Erkrankungen hat während des Pandemiegeschehens im Vergleich zum präpandemischen Zeitraum signifikant zugenommen.
Zusätzlich zeigte sich eine Zunahme der Symptombelastung bei Personen mit bereits bestehender psychischer Erkrankung durch die Pandemie. Die vorliegende Studie untersucht daher die Auswirkungen der CovidPandemie auf Komorbiditätscluster von Depressionen, Angststörungen und Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen.
Die Patient:innen werden je nach Aufnahmedatum in zwei Kohorten eingeteilt prä- vs. Es wird mithilfe von Netzwerkanalysen ein prä-Covid-Netzwerk sowie ein peri-Covid-Netzwerk, welche Symptome von Depressionen, Angststörungen sowie Essstörungen beinhalten, berechnet. Ergebnisse : Die Studie befindet sich aktuell in der Phase der Datenakquise und Aufbereitung. Die Ergebnisse der Netzwerkanalysen sollen auf dem Kongress präsentiert werden.
Diskussion: Ein besseres Verständnis des Einflusses der CovidPandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist wichtig, um zukünftige Präventions- sowie Interventionsangebote an die individuellen Spezifika der Zielgruppe anzupassen. Die Verstärkung der Symptomatik bereits bestehender Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ist Grund zu der Annahme, dass Komorbiditäten verstärkt auftreten und sich Symptomcluster psychischer Erkrankungen unter Einfluss der Pandemie verändert haben.
Eine sorgfältige Untersuchung der Syptomnetzwerke soll ermöglichen, besonders zentrale Symptome sowie möglicherweise mit Komorbidität assoziierte Symptome der Erkrankungen herauszufiltern, damit diese in der Prävention und Therapie gezielter aufgegriffen werden können.
Unser Buchprogramm | Hogrefe
Laura M. Derks, Charlotte M. Milewczyk, Martin Holtmann, Tanja Legenbauer. Titel: Nahrungsexposition als additives Behandlungselement in der Behandlung der Anorexia nervosa. Anorexie ist eine schwerwiegende Erkrankung mit Beginn in Kindheit und Jugend und hoher Chronifizierungsgefahr. Zentrales Element der Erkrankung ist zudem die starke Furcht vor einer Gewichtszunahme, welche zur Vermeidung verschiedenster Nahrungsmittel und massivem Diätverhalten führt.
Carolin Haas Wissenschaftliche Mitarbeiterin München. Eike Ahlers Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Treuenbrietzen, Brandenburg, Deutschland. Katharina Kammeyer Psychologische Psychotherapeutin Hannover. Veronika Klerks Psychologin Aachen. Sebastian Mohnke Wissenschaftlicher Mitarbeiter Berlin. Hanna Kastner Stationspsychologin Kiel.
Lars Pradel Diplom Psychologe Berlin. Bernhard Scheffel Inhaber Mannheim. Marie Bauer MSc Klinische Psychologin Linz. Laura Wünnenberg Angestellte Bernstadt. Necip Yurddas Studium Kassel. Katarzyna Pomykala Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung Linz. Sabine Plundrich Wissenschaftliche Angestellte Bremen.
Kathrin Schmidt Klinische Psychologie cand. Nanke Grein Psychol. Psychotherapeutin, Leitung Hemmoor. Felicitas Cini Psychologische Psychotherapeutin München.