Widerstand psychologie umgang

Der Terminus Change Management wurde in den er-Jahren im angelsächsischen Raum bekannt, während im deutschsprachigen Raum zunächst von Veränderungsmanagement bzw. Transformationsmanagement die Rede war. Inzwischen ist auch hierzulande die angelsächsische Variante omnipräsent. Diese Definition soll in der vorliegenden Arbeit als Verständnisgrundlage dienen. Eine Notwendigkeit zum Unternehmenswandel kann sowohl interner als auch externer Natur sein.

Die rasante technologische Entwicklung und die damit einhergehende zunehmende Digitalisierung industrie 4. VUCA steht für eine Umwelt, die sich durch vier Aspekte auszeichnet: Volatilität Volatility , Unsicherheit Uncertainty , Komplexität Complexity , Ambiguität 15 Ambiguity. Auch wenn zwischen beiden Formen differenziert werden kann, hängen die internen Ursachen wesentlich von den externen Ursachen ab, da diese internen Wandel erst erforderlich machen.

Da es sich bei Widerstand um ein Phänomen der unternehmerischen Praxis handelt, sollte ebensolcher nicht vertheoretisiert werden. Gemeinhin liegt bei Widerstand eine Art der Auflehnung oder Verweigerung vor. Eine ähnliche Definition stammt von Kaune. Eine etwas ausführlicher formulierte Definition stammt von Doppler und Lauterburg. Im erfolgreichen Fall können sich Menschen bei neu aufkommenden Widerständen und in schwierigen Situationen Hilfe suchen bei Freunden, Familienmitgliedern, Mentoren, Coaches oder dem Medizinmann des Vertrauens.

Die Psychoanalytiker haben sich die Mühe gemacht und die Abwehrmechnismen genau betrachtet. Wir können von ihrer Vorarbeit profitieren. In der Arbeit mit Menschen zeigt sich oft eine Abwehr von negativen Gefühlen oder Gedanken: die unangenehmen Gefühle und Gedanken können nicht zugelassen werden. Die Abwehrmechanismen dienen dazu, die unangenehmen Gefühle nicht direkt fühlen zu müssen.

Sie halten uns dann aber auch davon ab, bewusst zu reflektieren, was eigentlich los ist. Wir unterscheiden dafür reife und primitive Abwehrmechanismen. Normalerweise lernt ein Mensch als Kind, sich in seiner Umgebung zurechtzufinden und dafür passende Regulationsmechanismen. Diese Regulationsmechanismen nimmt dieser Mensch dann mit in sein späteres Erwachsenenleben — manchmal funktionieren sie gut und manchmal sind sind sie eher hinderlich.

Sie kommen teilweise aus angeborenen Reflexen, die dem Überleben dienen und sind daher in einer eher friedlichen Welt und in einem selbstbewussten Erwachsenenleben eher dysfunktional. Diese stärkeren, primitiveren Abwehrmechanismen kommen in Gang angesichts des Todes und existenzieller Risiken. Wenn sie einmal erlernt wurden, können sie sich auch später im Leben immer wieder zeigen, auch in Kontexten, in denen sie zunächst keinen Sinn ergeben.

Dämme werden gebaut gegen die Sturme der Naturkräfte. Dabei steigen Widerstände gegen Projektarbeit und Projektinhalte oft proportional zur Komplexität der jeweiligen Projekte an. Viele technisch und methodisch versierte Projektleiter stehen diesem Problem oft hilflos gegenüber und sehen sich nicht oder nur eingeschränkt in der Lage diese Widerstände zu überwinden, geschweige denn im Sinne der Projektzielerreichung nutzbar zu machen.

Neben der Erkennung von Widerständen soll es vor allem um die Nutzung der mit Widerständen meist verbundenen latenten Energie gehen. Die Gestaltpsychologie definiert Widerstand als eine Reaktion auf externe Stimulation um Selbstbestimmung des Systems aufrecht zu erhalten. Die Reaktanztheorie beschreibt Widerstand in diesem Zusammenhang als Reaktion auf wahrgenommene Freiheitseinengung mit dem Ziel die eigene Handlungsfreiheit wieder herzustellen.

Umgang mit Widerstand im Projektmanagement: Projektmanagement Handbuch

Die Intensität des Widerstandes hängt demzufolge von vier wesentlichen Determinanten ab:. Im Projekt- und Changemanagement tritt Widerstand oft sehr differenziert auf und ist auch nicht immer leicht erkennbar. Deshalb sollen in der Folge zunächst die verschiedenen Erscheinungsformen von Widerstand aufgezeigt werden.

Widerstand tritt im Change- und Projektmanagement in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen auf. In den meisten Fällen handelt es sich um verdeckten Widerstand der oft selbst den Widerstand ausübenden Personen nicht bewusst ist. Diese Tatsache macht es in der Praxis schwierig den Widerstand zu bearbeiten, da zunächst erst einmal das Bewusstsein dafür geschaffen werden muss.

Dies ist um so schwieriger, da sich in diesem Zusammenhang eine Konfrontation mit den Widerstand ausübenden Personen meist nicht vermeiden lässt. Offener Widerstand zeichnet sich dadurch aus, dass er von den Widerstand ausübenden Personen bewusst ausgeübt wird und diese damit auch ein Ziel verbinden. Darüber hinaus legen es die Widerstand ausübenden Personen ganz bewusst darauf an, dass ihr Widerstand als solcher wahrgenommen und ihnen auch zugeordnet werden kann.

Sie tun dies meist aus einer Position, der sie selber eine relative Machtfülle beimessen. Üblicher Weise liegen diesem offenen Widerstand rationale Ursachen zugrunde, die sich mit den Betroffenen besprechen lassen und an deren Überwindung alle Beteiligten ein Interesse haben. Diese Form des Widerstandes ist meist konstruktiv, so dass der Umgang mit offenen Widerstand möglich ist.

Dadurch kann die Energie, die die Widerstand leistenden Personen in ihren Widerstand investiert haben, im Sinne der Projektzielerreichung kanalisiert werden, oder vereinfacht ausgedrückt: Der Gegenwind wird zu Rückenwind. Wesentlich schwieriger ist der Umgang mit verdecktem oder latentem Widerstand. In diesem Zusammenhang haben die Widerstand ausübenden Personen üblicher Weise kein Interesse daran, erkannt zu werden.

Aus persönlichen oder taktischen Gründen agieren sie aus dem Verborgenen heraus. Er konzeptualisierte damit zunächst die Beobachtung, dass sich dem erwünschten Auftauchen der Erinnerung in der damals noch hypnotischen Therapie unbewusst eine Kraft entgegenstelle, die jener der ursprünglichen Verdrängung bei der Entstehung des Symptoms entspreche.

In den verschiedenen Formen können Widerstände in allen Phasen der Behandlung auftreten und ermöglichen es, dass in der aktuellen Behandlungssituation die individuelle Entstehung der Symptome nachvollzogen werden kann. Diese ersten drei Widerstände bezeichnet Freud als Ich-Widerstände. Der Begriff Übertragungswiderstand vereinigt drei Aspekte: 1.

Der Widerstand gegen die Auflösung der Übertragung ergibt sich daraus, dass der Patient, sobald ihm die bislang hinter der Übertragung verborgen gebliebene Persönlichkeit des Therapeuten ahnbar zu werden beginnt, auch mit der Aussicht konfrontiert wird, Abschied von dem ins Über-Ich verinnerlichten Objekt nehmen zu sollen, das bald nach seiner Geburt zum Gegenstand starker und stärkster Affekte wurde, sei das mit ihnen verbundene Begehren positiv oder negativ.

Gelingt dies, wird nicht nur einsehbar, was das Es eigentlich von seinem Ich-Bewusstsein will, sondern führt die Freisetzung der bisher in den narzisstisch-infantilen Ambitionen des Ichs sadomasochistisch fixierten Libidoquantitäten auch zu wirklichkeitsgetreueren Vorstellungen über die wahre Beschaffenheit der umgebenden Menschen, und zwar im Hinblick auf ihre Vorzüge nicht weniger als auf ihre Schwächen und Probleme.

Diese Erkenntnisse werden nach und nach ebenfalls ins Über-Ich internalisiert, denn das ist die Funktion dieser Instanz oder Organs der Seele nach Freud. Fenichel unterschied zwei Arten von Ich-Widerständen: [13]. Glover unterscheidet zwischen offenkundigen und unauffälligen Widerständen: [16].

Wie können wir Widerstände, die uns blockieren, überwinden?: Gedankenwelt

Erik H. Erikson prägte den Begriff Identitätswiderstand , womit die Furcht des Patienten angesprochen wird, der Analytiker ihm gegenüber könne den pathogenen, wiewohl wertgeschätzen "Kern" seiner Identität gleichsam vernichten, indem er diesen durch seine eigenen Wert- und Glücksvorstellungen unterwandert, infiltriert oder zum Zusammenbruch bringt. Die Erweiterung des Behandlungsspektrums der Psychoanalyse veränderte den Blick auf die Widerstandsphänomene.

Viele neuere Autoren kommen zu dem Schluss, dass bei Patienten mit frühen Störungen wie Widerstand wirkende Formen auf Entwicklungsdefiziten beruhen können und eine andere Funktion haben. Sie können als reparativen Versuch zur Erhaltung der Objektbeziehung gesehen werden. Entsprechend sollen sie nicht gedeutet, sondern durch empathische Begleitung überwunden werden.

Seit den er Jahren finden sich Darstellungen darüber, dass nicht nur im Patienten, sondern auch im Analytiker Widerstände entstehen können, die als ein Phänomen der Gegenübertragung aufgedeckt werden müssen, um den therapeutischen Prozess nicht zu behindern. In der Psychoanalyse werden die Widerstände schrittweise auf ihre unbewussten Wurzeln zurückgeführt und dem Patienten gedeutet.

Da eine häufige Quelle der Widerstände die Übertragungsbeziehung ist, nimmt die Analyse der Übertragungswiderstände dabei eine wichtige Rolle ein. Dadurch werden die unbewussten Mechanismen aus dem Dort und Damals in das Hier und Jetzt geholt und können in der therapeutischen Beziehung durchgearbeitet werden. Gelingt die Widerstandsanalyse, können die verdrängten Motive nach und nach integriert werden, womit zugleich die Behandlung selbst voranschreitet.

Zachatias schlug vor, zunächst auf die Deutung des Widerstandes zu verzichten und sich auf die reine Beschreibung des Widerstandsverhaltens zu beschränken, was man als "deskriptiven Widerstandsbearbeitung" bezeichnen könnte. Uneinigkeit innerhalb der Psychoanalyse herrscht über die Frage, wann Widerstände zu deuten seien.

Umgang mit Widerstand im Projektmanagement

So vertritt die auf Melanie Klein zurückgehende Ausrichtung die Auffassung, dass Widerstände sehr früh gedeutet werden müssen, insbesondere dann, wenn sie mit einer negativen Übertragung einhergehen und deshalb angsterzeugend sind. Durch die Deutung vermindert sich nach dieser Auffassung diese Angst. Einigkeit besteht darin, dass die beziehungsregulierende Funktion des Widerstandes im Mittelpunkt stehen sollte, [14] sowie darin, dass der angemessene Umgang mit den Widerständen stets vom Strukturniveau des Patienten bzw.