Psychologie baby schlafen
Dazu gibt es immer neue Patentrezepte von Autoren, Eltern und Wissenschaftlern. Vielleicht braucht es aber nur den richtigen Soundtrack. Kommentar von Sebastian Herrmann. Die Nacht naht, das Baby plärrt. Doch halt, es existiert ein Patentrezept, um wirklich jedem Säugling den Weg in den Schlaf zu weisen. Das geht so: Der Vater trägt das schreiende Wesen vor seiner Brust ins Wohnzimmer.
Dort legt er, ganz wichtig, das Album "Immer da, wo du bist, bin ich nie" von Element of Crime auf. Sobald die Stimme des Sängers Sven Regener ertönt, beginnt der Vater die Lieder mitzubrummen und im Takt zu hopsen. Morgenthaler u. Sleep, Band Heft 20, , S. Mindell: Empirically supported treatments in pediatric psychology: bedtime refusal and night wakings in young children , Journal of Pediatriatic Psychology, Band 24, , S.
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Wichtig ist, dass ihr es noch wach in sein Bettchen legt. Dann löscht ihr das Licht und geht leise aus dem Zimmer. Beginnt euer Baby zu weinen oder zu schreien, sollt ihr zwar wieder hineingehen, es aber nur kurz mit Worten oder einem Streicheln trösten und dann wieder aus dem Zimmer gehen. Aus dem Bett nehmen, tragen, singen und schaukeln sind tabu. Geht ihr zu Beginn nach drei Minuten wieder zu eurem Kind, wartet ihr beim nächsten und übernächsten Weinen länger, bevor ihr es tröstet.
Wacht es nachts wieder auf, beginnt ihr wieder mit dem kürzesten Intervall. Ferber verspricht übermüdeten Eltern, dass die meisten Kleinkinder sich schon nach drei Tagen, aber spätestens nach zwei Wochen, schneller selbst beruhigen und alleine einschlafen können. Die Ziele der Methode sind:. Ferber gibt eine verhaltenstherapeutisch basierte Anleitung, wie Eltern ihrem Kind für sie ungünstige Schlafrituale wieder abtrainieren können.
Hat sich euer Baby zum Beispiel daran gewöhnt, dass ihr es schaukelt und herumtragt, bis es eingeschlafen ist, braucht es die körperliche Nähe und die Bewegung auch dann wieder, wenn es nachts aufwacht. Ein Baby ist körperlich und emotional komplett von seinen Eltern oder Betreuungspersonen abhängig. Ohne sie kann es nicht überleben. Von ihnen bekommt es Wärme, Nahrung und Geborgenheit.
Fühlt es sich satt, körperlich wohl und beschützt, sind das die besten Voraussetzungen, dass es beruhigt schlafen kann. Kritiker:innen werfen der Ferber-Methode vor, dass sie dem kleinen Kind bewusst die Geborgenheit und den Schutz der Eltern nimmt. Das Baby habe noch nicht häufig genug die Erfahrung gemacht, dass Mama und Papa auch wieder zurückkommen, wenn sie das Zimmer verlassen.
Es weint, weil es die Nähe vermisst und Angst hat, denn Weinen ist sein wichtigstes Kommunikationsmittel. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster und der Entwicklungspsychologe Gerald Hüther kritisieren, dass das Schlafprogramm so langfristig den Bindungsaufbau und das Vertrauen des Kindes in seine Eltern stört. Die Folgen können zum Beispiel Trennungsangst, Essstörungen, Apathie oder aggressives Verhalten sein.
Sie bestätigen damit, was viele Eltern, die das Programm ausprobiert haben, selbst erfahren haben oder schon ahnen, wenn sie nur davon lesen. Sein Kind in seinem Bettchen schreien zu lassen und es in seinem Zimmer alleinzulassen, ist gegen jeden elterlichen Instinkt. Das Programm konsequent durchzuhalten ist nicht nur eine Tortur für die Kinder, auch die Eltern bringt die Forderung, immer wieder gegen ihr Schutzbedürfnis zu handeln, an ihre Grenzen.
Wenn ihr schon mit dem Training begonnen habt und es sich für euch nicht richtig anfühlt, hört auf euren Bauch und sucht lieber nach einem sanfteren Weg, euren Schatz in den Schlaf zu begleiten. Verfechter des Ferber-Konzepts gehen im Übrigen ganz selbstverständlich davon aus, dass es das Ziel aller Eltern ist, dass das Kind möglichst früh alleine in seinem Zimmer schläft.
Kritiker:innen sehen schon hier den Denkfehler. Denn separate Kinderzimmer entwickelten sich erst im Vorher war es auch in westlichen Industrieländern ganz normal, dass kleine Kinder bei ihrer Mutter schliefen. Der Trend zurück zum Familienbett Co-Sleeping oder dem Kinderbettchen im Schlafzimmer trägt dem heute wieder Rechnung.
Ja, viele Kinder schlafen nach dem Ferber-Schlaftraining nach einigen Tagen oder Wochen allein ein.
Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern
Doch der Preis ist hoch. Denn was ist passiert? Diese Erfahrungen prägen sich bei uns ein und werden wieder hervorgeholt, wenn man selbst Mutter oder Vater geworden ist. Und wir fühlen uns im Gesang des Wiegenliedes sicher. Während wir unserem Kind vorsingen, werden wir in unsere eigene Kindheit zurückgeschickt und erinnern uns an unsere Gefühle. Wir können uns also in unser Kind hineinversetzen.
Wir fühlen, was es in diesem Moment fühlen könnte. Ein Moment der Liebe. Alle Eltern unserer Studie lieben es zu singen. Diese Liebe zur Musik ist kein modernes Phänomen. Musizieren gehört seit Jahrhunderten zur deutschen Kultur. Doch im Fall der Wiegenlieder findet diese Liebe zur Musik auch im Verhalten des Babys seinen Ursprung.
Frühe Kindheit | Schlafen
Viele Eltern erzählen uns, wie ruhig ihr Kind wird, wenn sie ihm etwas vorsingen. Es schaut die Mutter aufmerksam an, lächelt und will manchmal sogar "mitsingen". Während des Gesangs hält die Mutter meistens ihr Kind in ihren Armen. Es drückt sich an die Mutter und sucht den Kontakt mit ihrem Körper. Wiegenlieder rufen einen Moment der Harmonie zwischen Mutter und Kind hervor.
Dieser positive Moment gibt den Eltern auch Vertrauen und Sicherheit, dass sie ihrem Kind etwas Gutes tun und dass sie selbst gute Eltern sind. Wir denken, dass es sich um einen Austausch von Liebe zwischen Eltern und ihrem Baby handelt. Durch den Gesang nähern sich die Eltern dem Kind. Eine Mutter hat es mit sehr schönen Worten ausgedrückt, "wenn ich singe, dann umarme ich mein Kind mit meiner Stimme".
Dadurch, dass sich das Baby durch den Gesang des Wiegenliedes beruhigt, ist es vor allem abends vor dem Zu-Bett-gehen geeignet. Für viele Eltern ist das Wiegenlied ein Zeichen, dass das Kind nun schlafen muss. Im Wiegenlied können Eltern und Baby aber auch die Trennung voneinander durch den Schlaf verarbeiten. Nicht nur das Baby wird ruhig.
Auch die Eltern werden beruhigt und können diese Ruhe an ihr Baby weitergeben. Ängste und Sorgen könne im Gesang verarbeitet werden. Deswegen ist das Wiegenlied so wichtig. Die Spieluhr. Sehr wenige Kinder schlafen beim Zuhören des Wiegenliedes wirklich ein. Genau dann wird die Spieluhr aufgezogen. In Frankreich hat die Spieluhr die Wiegenlieder sehr verdrängt.
In Deutschland wird sie als Weiterführung des Wiegenliedes genutzt. Aber unsere Eltern wissen sehr wohl, dass eine Spieluhr niemals den Gesang der Mutter ersetzen kann. Sie wird als "unpersönlich" und "nicht menschlich" eingestuft. Gleichzeitig ist es eine bequeme Lösung. Anstatt das Kind im stillen Zimmer allein zu lassen, wird die Spieluhr aufgezogen.
Möglicherweise denken viele Eltern, dass sich dann ihr Kind nicht so allein fühlt. Was wollen Eltern ihrem Kind durch ein Wiegenlied vermitteln? Fast alle Eltern unserer Studie möchten ihrem Baby die Liebe zur Musik vermitteln. Zudem möchten Eltern, dass ihr Kind sprachliche Fortschritte macht. Das Wiegenlied wird demnach auch als "Fortbildungsmittel" genutzt. Der Gesang beinhaltet also auch die Nähe der Eltern.
Das Baby fühlt sich geborgen, in Sicherheit und vor allem geliebt. Das Wiegenlied hat also mehrere Funktionen für unsere Eltern. Es ist ein Austausch von Liebe, verhilft dem Kind zu sprachlichen Fortschritten und zur Musikalität und es ist eine Möglichkeit, die Trennung vorzubereiten. Durch den Kontakt mit dem Körper der Mutter und ihrer Stimme vermittelt die Mutter ihrem Kind die nötige Sicherheit und Ruhe, damit es sich beruhigt.
Eine wichtige Voraussetzung für einen ruhigen Schlaf. Vertrauen Sie sich und Ihrer Intuition. Wirklich selbstständig wird ein Kind erst werden, wenn es vorher positive Erfahrungen von Sicherheit und Liebe gemacht hat. Gerade das erste Lebensjahr eines Kindes ist unserer Meinung nach eine der wichtigsten Phasen in der Entwicklung eines Kindes.
Vergessen Sie die Sätze "langes Schreien stärkt die Lunge und die Stimme". Wir hätten sonst mehr Pavarottis als es uns lieb wäre. In den ersten Monaten ist es wichtig, dass sich das Kind wie in einem Zustand der "Allmächtigkeit" befindet. Seine Bedürfnisse sollten so schnell wie möglich befriedigt werden. Denn so kann es die Erfahrung machen, dass Mama da ist und immer kommen wird.